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Lehrermangel «Wir wurden überrascht und überrannt»

Ein Projekt der Pädagogischen Hochschulen Zürich und Zug soll mehr Männer in den Lehrerberuf locken. Das Interesse ist da, die Schnupperkurse werden fleissig gebucht.

Ein Primarlehrer erklärt einem Schüler eine Aufgabe.
Legende: Männer eignen sich genau so gut für den Beruf des Primarlehrers wie Frauen. Eine Tatsache, die in den letzten Jahren fast vergessen wurde. Keystone

Ganze 16,5 Prozent – so gross ist der Anteil der Männer im Kanton Zürich, die in Klassenzimmern ihren Mann stehen. Zu wenig, findet ein privater Verein. Zusammen mit den Hochschulen Zug und Zürich wurden Kurse lanciert, die es Männern erlauben, Klassenzimmerluft zu schnuppern. Mit grossem Erfolg.

«Wir wurden überrannt und auch überrascht», sagt Christa Kappler, Dozentin an der PH Zürich gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Sie leitet das Projekt zusammen mit einer Kollegin aus Zug. Bis jetzt haben 100 Männer ihr Interesse bekundet, 60 haben einen Schnupperkurs besucht. Dabei besuchen sie einen halben Tag lang eine Klasse, die bereits von einem Quereinsteiger geführt wird. Die Männer erfahren so aus erster Hand, wie ein Umsatteln auf den Lehrerberuf erlebt wird.

Eine gute Entscheidungsgrundlage

Die Rückmeldungen seien durchwegs positiv, sagt Christa Kappler, auch wenn nicht alle Männer Lehrer werden möchten: «Viele Männer sind dankbar, dass sie diese Möglichkeit erhalten.» Manche wüssten nach dem Schnupperkurs, dass der Lehrerberuf nichts für sie sei. Der Kurs sei deshalb in jedem Fall eine gute Entscheidungsgrundlage. «Viele wollen danach aber wissen, was sie jetzt konkret unternehmen müssten, um Lehrer zu werden.»

Wie viele Männer tatsächlich umsatteln und Lehrer werden, kann Christa Kappler noch nicht sagen. Diese Auswertung soll in einem halben Jahr gemacht werden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Griesser (Daniel Griesser)
    Scheint mir eine gute Sache. Dann kann jeder, der den Lehrerberuf als gemütlichen Ferienjob betrachtet gleich einsteigen und sich ein eigenes Bild vom Beruf machen. :-)
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Diese Anwerbung von "nicht an Lehrerseminaren ausgebildeten" Lehreranwärter gab es 1983 auch im Aargau schon! Als ich mich damals meldete, scheiterte es daran, dass ich kein Musik-Instrument perfekt beherrschte! Wenige Jahre später, als die antiautoritäre "68er-Mentalität" voll in den Schulstuben ankam, war ich "gottenfroh", den Beruf nicht gewechselt zu haben! Ich wäre wohl kaum noch als 77-jährigen "Grufti" auf der Welt! Eine solche "Arbeit" heute auszuüben, braucht Nerven, wie Drahtseile!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Indiskutabel für Lehrperson-Anwärter für Kinder- und Jugendliche: Persönliche Leumundsabklärung, Eignungstest bzgl. Charakter und Persönlichkeit! Vorbeugen, statt vernachlässigen!
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    1. Antwort von Daniel Griesser (Daniel Griesser)
      Keine Panikmache! Solche "Anwärter" sind betreut. Oder würden Sie einem Praktikanten in einem Geschäft gleich Zugriff auf Bankkonti ect. geben? Wohl kaum.
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