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Wo Hunde das Jagen lernen Kanton Zürich will Übungsanlage für Wildschweinjagd

In Elgg soll das erste Gatter für die Wildschweinjagd gebaut werden. Trotz Widerstand aus Tierschutzkreisen.

Legende: Audio In Elgg ensteht die schweizweit erste solche Anlage abspielen. Laufzeit 02:50 Minuten.
02:50 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 21.11.2018.

Die Jagd auf Wildschweine ist aufwendig. Hunde erleichtern die Aufgabe, den Wildschweinbestand zu regulieren. Doch die Vierbeiner müssen zuerst lernen, wie sie sich gegenüber den wehrhaften Wildschweinen behaupten können.

Zu diesem Zweck wird nun in Elgg bei Winterthur ein sogenannntes «Schwarzwildgewöhnungsgatter» gebaut. Die erste solche Anlage in der ganzen Schweiz.

Ein Wildschwein blickt auf einer mit Laub bedeckten Wiese in die Kamera.
Legende: Wildschweine vermehren sich rasch, sind schwer zu jagen und richten auf Feldern Schäden an. Keystone

Nach Abstimmung ist der Weg frei

Gegen diese Übungsanlage hatten sich Tierschützer lange gewehrt. Sie lehnen Treibjagd auf Wildschweine grundsätzlich ab. Aus ihrer Sicht ist eine solche Anlage unnötig.

Vor rund einem Jahr hatte die Gemeinde Elgg das Projekt sistiert. Wegen des Widerstands aus Tierschutzkreisen und weil zunächst die Abstimmung über die Initiative «Wildhüter statt Jäger» abgewartet werden sollte. Diese wurde vor zwei Monaten wuchtig abgelehnt. Mit 84 Prozent stimmte eine deutliche Mehrheit dafür, an der Milizjagd festzuhalten.

Am Mittwoch hat der Regierungsrat mitgeteilt, dass die Anlage gebaut werden sollen. Die Gemeinde Elgg hat beschlossen, der Fischerei- und Jagdverwaltung das erforderliche Waldgrundstück zu verpachten und die Baubewilligung für das Gatter zu erteilen.

Damit folgt Zürich einer Vorgabe des Bundes: Die eidgenössische Jagdverordnung verpflichtet die Kantone dazu, für die Ausbildung und Prüfung der Hunde zu sorgen. Eine entsprechende Anlage fehlt bislang in der Schweiz. Nun soll sie also in einem Wald südlich von Elgg bei Winterthur gebaut werden.

Erste Kurse im nächsten Sommer

200'000 Franken teuer wird dieses «Schwarzwildgewöhnungsgatter» voraussichtlich. Diese Kosten teilen sich die Fischerei- und Jagdverwaltung des Kantons Zürich und die Schweizerische Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz.

Bereits im anstehenden Winter sind die Umzäunungen geplant. Im Frühling ziehen dann die Wildschweine ein. Diese stammen ausschliesslich aus Tierparks. In Betrieb gehen soll die Anlage schrittweise ab Sommer 2019.

Was das Gatter bringen soll

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Der Bestand an Wildschweinen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Die Tiere verursachen erhebliche Schäden. Etwa, indem sie den Bauern Felder verunstalten. Zunehmend machen sie sich aber auch in Wohnsiedlungen zu schaffen.

Sie zu jagen, ist sehr aufwändig. Die Jagd wird durch Hunde vereinfacht. Die Vierbeiner stöbern das Schwarzwild im dichten Unterholz auf oder können Wildschweine, die durch Verkehrsunfälle verletzt wurden, auffinden.

Die Ausbildung der Hunde übernimmt eine Fachperson. Die Gewöhnung erfolgt in mehreren Phasen und richtet sich nach Temperament, Wesen und Ausbildungsstand des Hundes. So soll gewährleistet werden, dass die Ausbildung weder für die Hunde noch für die Wildschweine zu unzumutbaren Stresssituationen führt.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Gute Sache. Dass TierschützerInnen dagegen sind, ist wohl klar. Sind vermutlich auch gegen jede Jagd und sind vermutlich auch dagegen, dass man Wildschweine überhaupt dezimieren will. Man könnte ja auch Wölfe züchten und im Dutzend frei lassen. Dann käme vielleicht irgendwann ein Gleichgewicht zustande.
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