Ying und Yang im chinesischen Kräutergarten

Tradition trifft auf moderne Forschung: Mitten auf dem Gelände der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wädenswil gibt es seit neustem einen Lerngarten voller chinesischer Arzneipflanzen. Ein Spagat, der für beide Seiten funktioniert.

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Bildlegende: Nebst den Pflanzen prägen die Elemente Holz, Metall, Erde und Wasser den Garten. ZVG (ZHAW)

Auf den ersten Blick wirkt der neue Lerngarten unspektakulär. Weder rote Lampions noch chinesischen Drachen sind zu sehen. Dabei habe es durchaus typisch chinesische Elemente wie etwa das Ying-Yang-Prinzip, erklärt Kuratorin Regula Treichler: «Es hat sonnige Plätze und schattige. Es hat Höhen und Tiefen. Es hat belebte Orte und ruhigere.» Typisch chinesisch seien auch die Elemente Holz, Metall, Wasser oder Stein. Die findet man im Lerngarten wiederholt. «Wir haben probiert, solche Elemente einfliessen zu lassen, ohne uns zu verbeugen», erklärt Regula Treichler auf einem Rundgang.

Für Fach- und andere Leute

Auf rund 1000 Quadratmetern wurden über 100 Pflanzenarten angepflanzt. Hier sollen künftige Berufsleute der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) die Möglichkeit erhalten, die Pflanzen, so wie sie in der Natur wachsen, kennenzulernen. Viele würden heute nur noch die Arzneipflanze in Form von Granulat kennen.

Der Garten ist aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Davon verspricht sich Regula Treichler, «dass die Leute die Barriere überwinden und mit diesem fremden Medizinsytstem in Berührung kommen». Und natürlich kann auch Wissen gesammelt werden, damit jeder selbst zu Hause solche Kräuter pflanzen und ziehen kann.