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Zu «gesunde» Zürcher Schüler «Wir haben unsere eigenen Botschaften kritisch angeschaut»

Viel Sport treiben, gesund essen: In der Stadt Zürich waren die Präventionsbemühungen der Schulen zu einseitig, erklärt der Direktor der Zürcher Schulgesundheitsdienste, Claude Hunold.

Legende: Audio «Wir haben den psychischen Aspekt etwas wenig betont.» abspielen. Laufzeit 17:09 Minuten.
17:09 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 04.11.2018.

Vielen Zürcher Jugendlichen ist es wichtig, wie sie aussehen. Das zeigte eine Befragung, die der Schulgesundheitsdienst der Stadt Zürich zum insgesamt dritten Mal durchgeführt und am Donnerstag veröffentlicht hat. Körperform und Körpergewicht spielen demnach eine zentrale Rolle.

Die wichtigsten Erkenntnisse der Schülerbefragung

94 Prozent...
...der Jugendlichen schätzen ihre Gesundheit als gut ein.
50 Prozent...
...der Mädchen möchten schlanker sein, obwohl sie als normal- oder untergewichtig gelten.
74 Prozent...
...der Knaben wären gerne muskulöser.
17 Prozent...
...der Jugendlichen weisen Symptome von Angststörungen auf.

Claude Hunold ist der Direktor des Stadtzürcher Gesundheitsdiensts. Für ihn sind die Ergebnisse der Befragung grösstenteils positiv, trotzdem, sagt er im Gespräch mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», seien die Resultate auch kritisch zu sehen, «denn es ist eine subjektive Einschätzung der Schüler».

SRF: Das Aussehen wird für Jugendliche immer wichtiger. Dreiviertel der Buben möchten mehr Muskeln, die Hälfte der Mädchen möchte schlanker sein, obwohl sie nicht zu dick sind. Sie achten sehr auf die Ernährung und treiben zum Teil exzessiv Sport. Ist das noch gesund?

Claude Hunold: Nein, es gibt ein gewisses Ausmass, das nicht mehr gesund ist. Wenn die Jugendlichen Diäten einschlagen, weniger essen, Mahlzeiten auslassen, dann ist das kritisch zu sehen.

Die Schule hat in der Vergangenheit grossen Wert auf gesunde Ernährung und genügend Bewegung gelegt. Müsste die Prävention mehr Gewicht auf ein gesundes, realistisches Selbstbild legen?

Das sehen wir durchaus auch selbstkritisch. Wir haben den psychischen Aspekt des Körpergefühls zu wenig betont. Das haben wir korrigiert. Die Botschaft ist: Es kommt nicht nur aufs Aussehen an. Akzeptiert euch mehr so wie ihr seid.

Wann sollten bei den Eltern die Alarmglocken schlagen?

Wenn ein Kind partout nicht essen will, nicht zu den Mahlzeiten erscheint: Wenn das mehrmals passiert, dann sollte man hellhörig werden.

Das Gespräch mit Claude Hunold führte Fanny Kerstein. Sie finden es in voller Länge als Audiofile in diesem Artikel.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was bedeutet konkret "gesund essen"? Damit der Mensch gesunde Nahrung zu sich nehmen kann, benötigt es eine verantwortungsbewusst handelnde Landwirtschafts-Politik und echte Bauernschaft, welche nachhaltig öko-logisch und tier-art-gerecht wirtschaften. In der Schweizer "Chemie-LW", herrschen seit vielen Jahren Missstände. ERDE-WASSER-LUFT werden mittels tonnenweise Chemie vergiftet und damit logischerweise auch TIER und MENSCH! Der Mensch kann aber ohne Luft, Wasser und Nahrung nicht existieren!
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  • Kommentar von Florian Leupold (FLeupold)
    Von gesunder Ernährung kann zumindest an den Kantonsschulen nicht gross die Rede sein. Die Mahlzeiten sind viel zu häufig zu fett- und zuckerreich, oft eben billig. Gesundes, frisches, gar veganes Essen sucht man nahezu immer vergebens.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Was erwarten Sie, wenn externe Dienstleister im Spiel sind, deren Gewinne vom Preis ebenfalls finanziert werden wollen...?
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