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Zu hohe Wassertemperatur Im Rhein hat das grosse Fischsterben eingesetzt

Legende: Video Fischsterben im Rhein abspielen. Laufzeit 03:40 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.08.2018.
  • Die Verantwortlichen in den Kantonen Schaffhausen, Zürich und Thurgau haben schon eine Tonne tote Fische aus dem Rhein gezogen.
  • Sie rechnen damit, dass in den kommenden Stunden und Tagen noch mehrere Tonnen dazu kommen.
  • Weiter unten im Rhein, im Aargau, haben die Behörden bisher nur wenige tote Fische gezählt - in Basel hat das Fischsterben noch nicht eingesetzt.

Das Fischsterben im Rhein hat begonnen. Bislang haben Fischer, Zivilschutz und das Veterinäramt rund eine Tonne tote Fische aus dem Rhein gezogen. Das entspricht bis zu einem Viertel des jährlichen Fangertrags. Angesichts der Wetterlage gehen die Behörden der Kantone Schaffhausen, Zürich und Thurgau davon aus, dass mit einer weiteren Zunahme des Fischsterbens in den kommenden Tagen zu rechnen ist.

Kühlzonen wurden ausgebaut

Betroffen vom Fischsterben sind vor allem Forellen und Äschen. Diese zeigen ab 23 Grad erste Stresssymptome, bei 24 bis 25 Grad wird es für diese beiden Fischarten heikel. Der Rhein misst derzeit an gewissen Stellen bis zu 27 Grad.

Die Verantwortlichen haben in den vergangenen Wochen im Rhein Kühlzonen gebaut, um den Fischen einen Rückzugsort zu schaffen. Dafür wurden Bachmündungen ausgehoben, weil dort kühleres Wasser in den Rhein fliesst. Diese Kühlzonen wurden zusätzlich ausgebaut, als eine von mehreren Massnahmen gegen das Fischsterben.

Massnahmen gegen das Fischsterben

Ausbau der Kühlzonen bei Bachmündungen
Einfangen von Fischen und Evakuierung in kühlere Becken
Stress für Fische verhindern: Badende und Bootsfahrer sind gebeten, Rücksicht zu nehmen

Eine weitere Massnahme betrifft auch die Touristen, die sich derzeit ums Rheinfallbecken drängeln. Sie dürfen einen hölzernen Steg nicht mehr betreten, weil sich darunter Äschen in 18 Grad kühlem Grundwasser erholen. Würden die Touristen über das Geländer lehnen, würden die Fische zurück ins viel zu warme Wasser flüchten.

Schweizer greifen deutsche Bodenseefischer an

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Der Schweizerische Fischereiverband erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Bodenseefischer: Sie würden Fänge weiterhin an Restaurants verkaufen, obwohl die Fische gerettet werden müssten. Der Verband spricht von einem «Fress-Skandal».

«Während die Fischer am Rhein pausenlos mit allen verfügbaren Kräften und bis zur Erschöpfung um jeden einzelnen Fisch kämpfen, wird am Untersee und dem Seeauslauf durch einige deutsche Berufsfischer gnadenlos Kapital aus der aktuellen Situation geschlagen», klagt der Verband.

Der Vorsitzende des Fischereivereins Untersee und Rhein wies die Vorwürfe zurück. Es handle sich um einen Einzelfall, so Stefan Riebel. Warum die Vorwürfe kämen, wisse er nicht. «Man sollte jetzt zusammenhalten und nach Lösungen suchen und nicht einen Kleinkrieg anfangen.»

An anderen Stellen, etwa bei der Kuhtränke in Ellikon am Rhein ZH, werden den Fischen ausgebaggerte Kaltwasserbecken angeboten, die von den Tieren dankbar aufgesucht werden. Trotzdem gibt es auch auf dem Zürcher Rhein-Abschnitt tote Fische, etwa Barben. In Rheinau wurden auch tote Aale gefunden.

Die Behörden haben verschiedenste Massnahmen in die Wege geleitet, um ein Massensterben wie im Hitzesommer 2003 zu verhindern. Damals verendeten rund 50'000 Äschen, was damals fast dem ganzen Bestand entsprach. In der aktuellen Situation kann nur noch Regen Entspannung bringen.

Fischpatrouillen weiter unten im Rhein

Weiter unten im Rhein, im Kanton Aargau, sind erst einzelne tote Fische gezählt worden. In Basel hat das Fischsterben noch nicht begonnen. Die Behörden setzen «Fisch-Patrouillen» ein, welche die Lage überwachen sollen. Bereits vergangene Woche wurden einzelne Flussabschnitte gesperrt, um gestresste Fische zu schonen.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Tom Duran (Tom Duran)
    Also in anderen Nachrichten lese ich nichts von einer Katastrophe. 1/4 sind verkraftbar heisst es dort. Trotzdem hypern hier schon wieder alle los als ob die Welt unterginge. Wetten nächstes Jahr ist der Bestand wieder erholt?
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die NATUR zeigt den Menschen die Grenzen ihres Könnens auf! Ohne die Elemente: Wasser - Luft - Erde geht gar nichts auf der ganzen Welt!! Daher muss endlich von den zuständigen Verantwortlichen Regierungen entsprechend gehandelt werden! Mehr Sorgfalt für die lebensnotwendige Umwelt - STOP der "Chemie en masse", etc!
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  • Kommentar von Yasha Bostic (YashaB)
    Der Fischer im Beitrag sagt, man könne halt nichts tun. Das mag als Momentaufnahme stimmen, sonst ist es aber falsch. Ein jeder von uns könnte seine Konsummuster mal kritisch hinterfragen, bzw sich fagen ob es nicht auch mit weniger ginger. Brauche ich wirklich jedes Jahr ein neues Handy? Muss ich wirklich jeden Tag Fleisch/Fisch essen? Gehts nicht auch mit weniger Plastik/Papier/Alu/Batterien usw.? Ein jeder von uns könnte ganz viel tun, damit dieser Planet nicht unter uns wegstirbt.
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    1. Antwort von Tom Duran (Tom Duran)
      Wir können gar nichts tun. Es liegt an der Industrie. Wenn die nicht umstellt, kaufen die Leute auch weiterhin gedankenlos ein. Und wenn alle Schweizer dies nicht tun würden, dann kommen immer noch Migranten in unser Land denen ihr ehemals fehlender Konsum hier zur Wahrheit wird. Und selbst wenn die nichts mehr einkaufen, gibt es weltweit Milliarden gedankenloser Menschen die wir nie und nimmer aufklären können. Also vergesst das weltverbessern und stellt euch um auf eine neue Situation.
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