Zürcher Bauherren bekommen ihr eigenes «Sorgentelefon»

Unzufriedene Bauherren in der Stadt Zürich können sich an eine neue Helpline wenden. Das Zürcher Stadtparlament hat die neue Anlaufstelle in Bausachen und den dafür nötigen Zusatzkredit von 168'400 Franken bewilligt.

Stadtrat André Odermatt an der Pressekonferenz vor einem roten Telefon. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der direkte Draht landet zwar nicht direkt bei Stadtrat André Odermatt, aber im Amt für Baubewilligungen. SRF

Die Baubewilligung steht. Doch die Stadt Zürich macht noch Auflagen, mit denen sich die Bauherren schwer tun. Und die sie als Willkür empfinden. Um derartige Fälle zu verhindern, hatten Hauseigentümerverband und Gewerbeverband eine Initiative für eine eigene Ombudsstelle eingereicht.

Die Stadt und der Gemeinderat kommen den Initianten nun entgegen und haben eine Helpline für Baufragen eingerichtet. Diese Helpline soll nach einem rechtskräftigen Bauentscheid Reklamationen und Anliegen von Bauherren schnell, unbürokratisch und transparent bearbeiten. «Diese Helpline ist ein Schritt, um das Bauen zu erleichtern, vor allem aber um das Vertrauen zu den Behörden wieder zu verbessern», sagte FDP-Gemeinderat Michael Baumer.

Initiative wird zurückgezogen

Grüne und Alternative Liste waren von der Helpline nicht überzeugt. Sie sei ein «teures i-Tüpfli für Psychohygiene» und trage nichts zu einer Effizienzsteigerung bei, sagte Andrea Leitner Verhoeven von der AL. Den Grünen waren die Kosten für die Anlaufstelle schlicht zu hoch. Dennoch wurde der Zusatzkredit von 168'400 Franken für die neue Stelle bewilligt, mit 98 Ja- zu 23 Nein-Stimmen.

Die neue Vollzeitstelle ist vorerst auf fünf Jahre befristet und im Amt für Baubewilligungen angesiedelt. Sie soll bereits in rund zwei Monaten besetzt sein – vorausgesetzt, die Rekursfrist von 30 Tagen verstreicht ungenutzt. Gibt es keine Gegenwehr, dann würden die Initianten auch ihre Initiative für eine Ombudsstelle zurückziehen, teilten sie am Mittwoch in einer Medienmitteilung mit. Mit dem sogenannten «Roten Telefon» seien die Grundanliegen der Initiative umgesetzt.