Zürcher Club verbietet Kosovaren und Albanern den Zutritt

Der Club habe zu viele negative Erfahrungen gemacht mit Kosovaren und Albanern, begründet die Managerin des Jil in Zürich-Oerlikon das Verbot. Rechtlich ist das Verbot jedoch heikel. Die Stadtpolizei Zürich klärt ab, ob sie wegen Rassismus aktiv werden muss.

Ein DJ mit einem Mikrofon vor dem Mund, dahinter tanzende Party-Gäste, an der Decke eine Disko-Kugel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wer hier feiern will, muss die richtige Nationalität haben: Party im Club Jil. zvg

Wer im Jil in Zürich-Oerlikon eine Lounge reserviert, erhält ein Mail mit dem Hinweis: «Der Eintritt ist nur Volljährigen gestattet (Minderjährigen und Albanern oder Kosovaren nicht)». Persönlich habe sie nichts gegen Kosovaren oder Albaner, sagt Managerin Sanela Janosevic im «20 Minuten». Sie hätten aber negative Erfahrungen gemacht mit Gästen aus dem Kosovo und Albanien.

Das Jil gehört zu einer Reihe von Zürcher Clubs, die sich an eine spezielle Ethnie richten: Das Jil an Serben, das Rinora4 in Rümlang an Kosovo-Albaner, das Delilah in Regensdorf an Türken. «Diese Szene grenzt sich total von der übrigen Club-Landschaft ab», sagt Nightlife-Experte Alex Flach, der für viele Zürcher Clubs die PR-Arbeit erledigt. Und daran seien auch die anderen Clubs nicht unschuldig, sagt Flach. «Gerade Serben und Kosovo-Albaner sind im Ausgang - wie auch in anderen Lebensbereichen - häufig nicht willkommen.» Logisch, dass man da früher oder später eigene Clubs betreibe.

Diskriminierend? Polizei klärt ab

Harmlos ist dieser Ausschluss von anderen Ethnien jedoch nicht. Das Verbot könnte gegen die Anti-Rassismus-Strafnorm verstossen - ein Offizialdelikt. Deshalb wird jetzt auch die Polizei aktiv. Die Stadtpolizei Zürich kläre zur Zeit ab, ob sie gegen den Club vorgehen wird, heisst es auf Anfrage des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».