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Nachtanflug auf Zürich: In den Randstunden hat der Fluglärm zugenommen
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 06.12.2019.
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Zürcher Fluglärm-Index Leisere Flugzeuge, lautere Nächte

Dank leiseren Flugzeugen gibt es weniger Fluglärmgeplagte. Der Richtwert ist trotzdem noch lange nicht erreicht.

Flüsternde Flugzeuge bringen's: Die Zahl der lärmbelästigten Anwohnerinnen und Anwohner rund um den Flughafen Zürich hat im vergangenen Jahr abgenommen. Der für Zürich massgebende Richtwert – der sogenannte Fluglärm-Index – wird trotzdem noch weit überschritten.

5000 Lärmgeplagte weniger...

Im Jahr 2018 waren gemessen am Index gut 60'000 Menschen von Fluglärm belästigt. Das sind rund 5000 weniger als im Jahr zuvor, wie aus dem neusten Flughafenbericht hervorgeht. Hauptgrund für diesen Rückgang seien neue und leisere Flugzeugtypen. Damit zeige sich nun erstmals, dass sich die Investitionen der Luftfahrtgesellschaften in moderne Maschinen auch bezüglich Lärm auszahlten, schreibt der Kanton Zürich im Bericht.

...aber immer noch 13'000 zuviel

Der Fluglärm-Index wird aber trotzdem nicht eingehalten. Der Richtwert liegt bei maximal 47'000 lärmbelästigten Personen. Aktuell leiden also immer noch rund 13'000 Anwohner zuviel unter den Lärmemissionen durch An- und Abflüge vom Zürcher Flughafen. Besonders nachts ist die Belastung immer noch unverhältnismässig hoch. Der nächtliche Fluglärm hat 2018 sogar noch zugenommen: Die Zahl der Personen, die im Schlaf gestört werden, ist gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent gewachsen.

Eigentlich herrscht zwischen 22 Uhr und 06 Uhr auf dem Flughafen Nachtruhe. Durch verspätete Flüge und Langstreckenverbindungen wird diese jedoch regelmässig gestört. Hier brauche es noch grosse Anstrengungen, sagte Markus Traber, Chef des Kantonalzürcher Amts für Verkehr, an der Medienkonferenz zum Fluglärm-Index.

Verbesserung ist eher buchhalterisch

Dass die Gesamtzahl der Fluglärmbelästigten in der Statistik um 5000 kleiner ausgefallen ist, liegt übrigens vor allem daran, dass der Kanton die Quelldaten zum Fluglärm-Index aktualisiert hat. Die neuen Quelldaten könnten den Zustand «adäquater modellieren», wie Beat Schäffer von der Empa-Abteilung Akustik und Lärmminderung vor den Medien ausführte. Auf diese Weise liessen sich leisere Fluglzeugflotten «optimal berücksichtigen».

Die Index-Zahlen von 2018 lassen sich also nur beschränkt mit jenen von 2017 vergleichen. Hätte man weiterhin die alte Messmethode angewandt, hätte sich die Zahl der Lärmgeplagten 2018 nicht verkelinert, sondern abermals vergrössert, dies vor allem auch wegen des Nachtflugproblems. Auf der anderen Seite gilt es auch zu berücksichtigen, dass Jahr für Jahr mehr Menschen in die Flughafenregion ziehen und damit zu Betroffenen werden.

Regierungsrätin freut sich trotzdem

Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh zeigte sich dennoch sehr erfreut über die Lärmentwicklung, die sich aufgrund der neuen Quelldaten belegen lasse. «Aber natürlich bleiben die Herausforderungen rund um den Flughafen bestehen», sagte Walker Späh. Der Landesflughafen stehe nun mal im Spannungsfeld zwischen Volkswirtschaft und Lärmschutz. Immerhin zeige sich, dass die Anstrengungen zur Lärmminderung Früchte trügen.

Warum ein Flughafenbericht?

Mit dem Flughafenbericht legt der Regierungsrat jährlich Rechenschaft über seine Beteiligung an der Flughafen Zürich AG ab. Er informiert über die Erfüllung der ihm gemäss kantonalem Flughafengesetz zugewiesenen Aufgaben. Hauptinhalte des Berichts bilden das Strategiecontrolling zur Überwachung der kantonalen Beteiligung sowie das Fluglärmcontrolling. Darin enthalten ist die Berichterstattung zum Zürcher Fluglärm-Index.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Christine Hadorn  (Baski)
    Genau, W.Pip, dank Flugscham ist das bald kein Thema mehr, dafür kommt dann das Gejammer, wenn eine riesige Zahl an Arbeitsplätzen verlorengehen(deutlich weniger Flugverkehr zieht einen Rattenschwanz von Arbeitsplätzen mit). Es wird auf jeden Fall auch dann etwas zu jammern geben. Etwas was uns Schweizern doch so gut liegt.
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Das wird sich ja nun mit der öffentlich von fast allen mitgetragenen Flugscham und den exorbitanten, unerschwinglichen neuen CO2-Steuern beim Kerosin ändern, nicht wahr? - Vielleicht diskutieren wir stattdessen bald über die genauso nervigen Lärmbelästigungen von 30jährigen S_Bahn-Kompositionen mit rumpeld-kreischenden Re460-Triebköpfen... Oder etwa doch nicht...?
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