Zürcher Gymnasien: Weniger Stress dank längerer Probezeit

Ein halbes Jahr Probezeit statt nur drei Monate für die Zürcher Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Diese Neuerung scheint sich zu bewähren.

Der Hörsaal des Stadtzürcher Rämibühl-Gymnasiums. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Hörsaal des Stadtzürcher Rämibühl-Gymnasiums. Keystone

Erstmals sind die Zürcher Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler in diesem Schuljahr in den Genuss einer doppelt so langen Probezeit gekommen als bisher. Wie eine erste Bilanz zeigt, kommt das bei der Schülerschaft und den Lehrkräften gut an: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass wir mehr Zeit haben für die neuen Schülerinnen und Schüler. Dies auch im Sinne einer besseren Selektion», sagt Daniele Fumagalli, Prorektor der Kantonsschule Zürich-Nord auf Anfrage des «Regionaljournals Zürich Schaffhausen». Die Schülerinnen und Schüler hätten tendenziell auch weniger Stress, so Fumagalli.

Franziska Widmer, Rektorin der Winterthurer Kantonsschule Rychenberg, teilt diese Erfahrung. Sie hat ausserdem festgestellt, dass bei der längeren Probezeit mehr Schülerinnen und Schüler von sich aus vorzeitig austreten. Ihr erstes Fazit fällt durchweg positiv aus:

«  Das ist eine gute Sache! »

Franziska Widmer
Rektorin Kantonsschule Rychenberg

Es gebe eigentlich keine Verlierer bei dieser neuen Konstellation. Auf die definitive Aufnahmequote hat sich die Neuerung kaum ausgewirkt. Gemäss Zahlen des Zürcher Mittelschulamts wurden in den Langgymnasien rund 83 Prozent der Schüler nach der Probezeit aufgenommen. Das ist praktisch gleich wie im Vorjahr. In den Kurzgymnasien lag die Quote etwas tiefer als im Vorjahr, bei knapp 78 Prozent.

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