Zürcher Kultur: An den «drei Grossen» wird nicht gerüttelt

Opernhaus, Schauspielhaus und Kunsthaus dürfen ihre unbefristeten Subventionsverträge behalten. Das Zürcher Stadtparlament hat überraschend eine Motion der Grünliberalen abgewiesen. Sie hatten eine Überprüfung der Unterstützungsbeiträge gefordert.

Ausschnitt einer klassizistischen Häuserfassade mit Aufschrift "Schauspielhaus" Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Keine Neubeurteilung: Auch das Zürcher Schauspielhaus erhält weiterhin gleichviel Subventionen. Keystone

Die Motion verlangte vom Stadtrat, er solle die unbefristeten Subventionsverträge mit den drei grossen Kulturhäusern Zürichs auflösen und deren Unterstützungsbedarf neu beurteilen. Auf diese Weise trage die Stadt ihrer unsicheren Finanzlage Rechnung. Zurzeit erhalten Opernhaus, Schauspielhaus und Kunsthaus jährlich 63 Millionen Franken von der Stadt. Das sind 61 Prozent der städtischen Kulturgelder.

Stadtpräsidentin Corine Mauch wehrte sich gegen den Vorstoss. Der Gemeinderat habe den Stadtrat erst vor einem Jahr damit beauftragt, unbefristete Subventionsverträge für kulturelle Einrichtungen zu überprüfen, wenn die Finanzlage dies verlange. Im Notfall sei die Stadt sogar ermächtigt, diese Verträge aufzulösen. «Es ist nicht zielführend, diesen Auftrag nun mit einem weiteren, anderslautenden Auftrag zu verwässern», meinte Mauch in der Debatte. Man sei mit den Kulturhäusern bereits im Gespräch.

FDP und CVP gehen mit Linksgrün

Volle Unterstützung erhielt Mauch von der linksgrünen Ratshälfte. Entgegen allen Erwartungen schlugen sich aber auch FDP und CVP diesmal auf ihre Seite: Die drei grossen Kulturhäuser seien die «kulturelle Grundversorgung» der Stadt, hiess es von freisinniger Seite. Und die CVP fand es falsch, nur Opernhaus, Schauspielhaus und Kunsthaus neu zu beurteilen: Wenn, dann müsse man sämtliche unbefristeten Subventionsverträge im Kulturbereich überprüfen. Der Zürcher Gemeinderat schickte den Vorstoss mit 89 gegen 33 Stimmen von GLP und SVP bachab.