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Zürcher Pilotversuch zeigt: Die elektronische Fussfessel ist kein Wundermittel gegen Gewalt

Fussfessel statt U-Haft: Das wurde bei vier Personen im Kanton getestet. Das Resultat: Es ist kein Schutz für die Opfer.

Ein Mann trägt am Knöchel eine elektronische Fussfessel.
Legende: Keystone

Es ist ein neues Mittel, um beispielsweise Opfer von häuslicher Gewalt zu helfen – und das waren im Kanton Zürich im letzten Jahr doch rund 2700 Personen. Das Mittel: Der Täter muss eine elekronische Fussfessel tragen.

Der Kanton Zürich kann seit diesem Jahr auf diese Methode zurückgreifen. Im Rahmen eines Pilotversuchs hatte er die elektronische Fussfessel aber bereits im letzten Jahr an vier Personen gestestet. Sie mussten nicht in Untersuchungs-Haft, dafür wurden sie aber elektronisch überwacht.

Kontrolle, aber kein Schutz

In der Arbeitsgruppe des Kantons vertritt Doris Binda die Ansicht der Opfer. Sie sagt: «Alle vier Täter haben ausgesagt, dass sie sich kontrolliert gefühlt haben. Und das ist auch Sinn und Zweck der Sache.» Auch wenn die elektronische Fussfessel nur eine Form der Kontrolle und kein Schutz für die Opfer sei, verfehle sie ihre Wirkung nicht. Binda vergleicht sie mit einem Blitzkasten am Strassenrand. «Wer weiss, dass er erwischt werden kann, der ist vorsichtig.»

Um zu sehen, was die elektronische Fussfessel tatsächlich bringt, muss die Arbeitsgruppe des Kantons nun aber noch weitere Erfahrungen abwarten.

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