Zürcher Regierungsrat gibt grünes Licht für Tierversuch mit Affen

Die Universität und die ETH Zürich wollen mit dem Tierversuch die Ursachen von psychischen Krankheiten wie Schizophrenie erforschen. Dies sei derart wichtig, dass die Tierversuche zu rechtfertigen seien, sagt die Regierung. Der Zürcher Tierschutz hingegen spricht von unzumutbaren Zuständen.

Ein Makaken-Affe schaut durch die Gitter seines Geheges. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Zürcher Forscher planen Versuche mit drei Makaken-Affen (hier ein Bild eines Tierversuches in Deutschland). Keystone/Symbolbild

Drei Affen wären am Tierversuch des Instituts für Neuroinformatik beteiligt. Ihnen würden Elektronen ins Hirn implantiert. Danach müssten die Tiere «Verhaltensaufgaben lösen, wie sie bei Menschen zur Untersuchung von psychischen Krankheiten angewendet werden», schreibt die Universität Zürich in ihrer Mitteilung. Die Forscher hoffen, dank der Tierversuche das menschliche Gehirn besser zu verstehen, und wollen so die Ursachen für kognitive Störungen wie die Schizophrenie erforschen.

Erkenntnisgewinn geht vor Tierschutz

Das Veterinäramt des Kantons Zürich hatte die Versuche bereits bewilligt. Drei Mitglieder der Tierversuchskommission reichten jedoch Rekurs ein, so dass der Regierungsrat nun über die Tierversuche entscheiden musste. Er hat den Rekurs am Donnerstag abgelehnt. «Die Forschungsgewinne sind laut den Fachleuten sehr wichtig und die Versuche sind so angeordnet, dass die Tiere möglichst wenig leiden müssen», begründet Peter Hösli, Chef des Rechtsdienstes der Staatskanzlei, den Entscheid.

Anders sieht dies der Zürcher Tierschutz.

«  Die Affen werden mit Flüssigkeitsentzug gefügig gemacht. »

Claudia Mertens
Zürcher Tierschutz

Ausserdem würden die Affen in einem sogenannten Primatenstuhl fixiert und müssten stundenlang ausharren. Das Fazit des Tierschutzes: «Die Tierversuche sind unzumutbar.»

Christoph Hock, Prorektor für Medizin und Naturwissenschaften an der Universität Zürich, verteidigt die Versuche mit Affen.

«  Die Tiere werden langsam an die Versuche gewöhnt. »

Christoph Hock
Prorektor Medizin und Naturwissenschaften der Universität Zürich

Dass die Tiere während des Versuches wenig Flüssigkeit erhalten, bestätigt er. «Das kommt in der Natur aber auch vor», sagt er. Die Flüssigkeiten dienen als Belohnung.

Entscheid noch nicht definitiv

Ob sich der Tierschutz oder die Forscher durchsetzen, werden wohl die Gerichte entscheiden. Denn der Rekurs dürfte ans Verwaltungsgericht und allenfalls auch ans Bundesgericht weiter gezogen werden.