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Zürich Schaffhausen Zürcher Start-Ups gewinnen Steuerstreit

Die Kritik der Start-Ups an der Zürcher Steuerpolitik hat gewirkt. Der Kanton ändert seine Bestimmungen und kommt ihnen bei der Besteuerung entgegen. Neu müssen sie Investorengelder nicht mehr sofort als Vermögen versteuern sondern erst, wenn sie mit ihrer Firma Geld verdienen.

Steuererklärung des Kantons Zürich
Legende: In Zukunft sollte den Zürcher Start-Ups die Steuererklärung weniger Kopfzerbrechen bereiten. Keystone

Seit dem Frühling 2016 musste Finanzdirektor Ernst Stocker bezüglich der Start-Up-Besteuerung einiges einstecken: Vertreter von Start-Ups deckten ihn mit Kritik ein. «Zürich vergrault Start-Ups», hiess es etwa. Viele von ihnen drohten mit Wegzug aus Zürich, weil die Steuerbelastung für Jungunternehmen zu hoch sei. Als Prügelknabe fühlt sich Stocker aber nicht. «Ich bin erst seit eineinhalb Jahren Finanzdirektor und nicht für alles verantwortlich», sagt er gegenüber dem «Regionaljournal»

Sofortmassnahmen genügten nicht

Dass ihm die Jungunternehmen am Herzen liegen, bewies der Finanzdirektor aber bereits im März. Als Sofortmassnahme beschloss die Finanzdirektion, Start-Ups in den ersten drei bis fünf Jahren nur zum bedeutend tieferen Substanzwert zu besteuern, und nicht danach zu bewerten, wie viel Geld sie durch Investoren erhalten.

Chefsache Start-Ups

Nun werden die Bestimmungen noch mehr zu Gunsten der Jungunternehmer verändert: «Im Nachhinein ist man immer klüger», sagt Stocker, der die Klagen der Start-Ups zur Chefsache machte und sich von einem interdisziplinären Team beraten liess. Neu werden nun die Jungunternehmen so lange günstiger besteuert, bis sie repräsentative Geschäftsergebnisse vorweisen können. Investorenpreise kommen bei der Aktienbewertung erst nach dieser Aufbauphase zum Zug. Damit passt sich Zürich in dieser Hinsicht wieder den anderen Kantonen an.

Im Nachhinein ist man immer klüger.
Autor: Ernst StockerSVP-Finanzdirektor des Kantons Zürich

Zurück zum alten System

Urs Häusler, Präsident der Schweizer Start-Up Vereinigung, begrüsst die Änderung: «Sie führt wieder zurück zu einem System, welches Gründer und Investoren eines Unternehmens so besteuert, dass es dem realistischen Wert entspricht.» Hätte sich der Kanton in dieser Frage nicht bewegt, wären viele Start-Ups abgewandert, ist Häusler überzeugt.

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