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Zürich Schaffhausen Zürcher Theater Winkelwiese erhält noch eine Chance

Das kleine Theater im Keller einer Zürcher Villa stand auf der Kippe: Im Zürcher Stadtparlament hatte sich Mitte-Rechts zusammengetan, um der Bühne die Subvention spürbar zu kürzen. Dank der Stimme eines früheren SVP-Mitglieds wurde die Winkelwiese noch einmal verschont. Offene Fragen aber bleiben.

Hausfassade in Zürich mit dem Strassenschild "Winkelwiese" darauf.
Legende: Ausgaben und Einnahmen stehen in einem Missverhältnis zueinander, monierten Bürgerliche und die Mitte. Keystone

Eigentlich hätte es einfach einer von 18 Anträgen zur Unterstützung kultureller Institutionen an diesem Mittwochabend sein sollen. Eines der Traktanden also, in dem der Zürcher Stadtrat beim Parlament Beiträge für die kommenden vier Jahre beantragt. Doch bei der Subvention von jährlich 724'500 Franken bis ins Jahr 2019 für das Theater an der Winkelwiese schieden sich die Geister.

«Einzigartig und wichtig»

Die gesamte Linke, von SP bis AL, priesen die Kellerbühne in der noblen Villa in der Zürcher Innenstadt in den höchsten Tönen. Es habe ein «einzigartiges Nischenprofil», erfülle «kulturpolitisch einen ausserordentlichen Beitrag bei der Nachwuchsförderung» und strahle in die ganze Schweiz hinaus. Und auch die Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) stellte sich mit klaren Worten hinter die junge Theaterleitung.

Diese Einigkeit auf der linken Seite kam nicht von ungefähr: SVP, FDP, GLP und CVP hatten eine spürbare Kürzung des Förderbeitrags von 724'500 auf 592'000 Franken pro Jahr beantragt. Weil diese bereits auf das neue Jahr hin wirksam würde, stand das Theater vor einer ungewissen Zukunft. Mitte-Rechts störte sich hauptsächlich daran, dass die Winkelwiese verhältnismässig hohe Ausgaben hat, etwa bei Werbung oder Drucksachen, und nur tiefe Einnahmen generiert.

Ohne Publikum günstiger

Die GLP etwa rechnete vor: «60'000 Franken nimmt es durch Eintritte ein, 77'000 Franken gibt das Theater für Werbung aus. Sprich: Es wäre günstiger, das Theater ohne Zuschauer zu betreiben.» CVP und SVP hätten gleich komplett auf das Theater verzichten können. «Es ist ersetzbar», meinte etwa eine Vertreterin der CVP. Doch der Kürzungs-Antrag wurde vom Parlament mit 63 gegen 58 Stimmen abgelehnt. Die Erleichterung bei den dutzenden Kulturschaffenden, welche die Debatte von der vollbesetzten Tribüne aus verfolgt hatten, war gross.

Die Erleichterung könnte jedoch nur vorübergehend sein. Denn die Stadt Zürich möchte ihre Theaterbühnen einer Gesamtschau unterziehen, und dann dürften wieder grundsätzliche Fragen gestellt werden, etwa welche Angebote zu welchem Preis tatsächlich erhalten bleiben sollen.

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