Gewalt im Spital Zürcher Uniklinik hat Bedrohung im Griff

Als erstes Unternehmen in Europa erhält das Zürcher Universitätsspital ein Zertifikat für Bedrohungsmanagement. Seit drei Jahren kämpft das USZ erfolgreich gegen Angriffe von Patienten und Angehörigen auf Ärzte und Pflegepersonal. Solche Attacken sind in Spitälern häufig und oft auch bedrohlich.

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Bildlegende: Gewalt gegen Ärzte und Pflegerinnen sind weltweit ein Problem, so auch an der Zürcher Uniklinik. Keystone

Der Europäische Fachverband für Bedrohungsmanagement hat das Konzept des USZ zur Gewaltbekämpfung zertifiziert. Das Universitätsspital führte sein Bedrohungsmanagement 2014 ein. In der interdisziplinären Gruppe arbeiten Fachleute der Bereiche Sicherheit, Rechtsdienst, Pflege, Psychiatrie und Personaldienst zusammen. Ihr Ziel ist es, bedrohliches Verhalten gegenüber Mitarbeitenden frühzeitig zu stoppen.

«  Wir befassen uns monatlich mit rund einem Fall. »

Claudio Leitgeb
Bereichsleiter Sicherheit USZ

Denn oft stossen Patienten oder deren Angehörige Drohungen gegen das Spitalpersonal aus. Zum Einsatz kommt das Team aber auch, wenn Patienten einen Suizid ankündigen oder Verdacht von Stalking besteht. Seit ihrem Bestehen musste die Gruppe rund 60 Mal eingreifen, um eine Eskalation zu vermeiden. Bei jedem zweiten Fall ging es dabei um schwere Gewaltandrohung.

Körperliche Gewalt kommt täglich vor

Weit häufiger kommt es in Spitälern zu direkten körperlichen Attacken. Da sind nicht mehr die Experten für vorbeugendes Bedrohungsmanagement, sondern die Mitarbeitenden des Sicherheits-und Interventionsdienstes gefragt. Bedrohung und Gewalt gibt es laut USZ täglich, dies zumeist in der Notfallabteilung, wo oft auch Alkohol im Spiel sei. Das Phänomen ist in Spitälern weltweit verbreitet; das Umfeld ist laut Experten an solchen Orten «naturgemäss emotional».