Mehr subventionierte Plätze Zürich baut günstige Krippenplätze aus

Wer in der Stadt Zürich einen subventionierten Platz in einer Kinderkrippe benötigt, soll diesen auch erhalten. Das Stadtparlament hat einem geänderten Subventionsmodell zugestimmt. Dadurch sollen 620 zusätzliche günstige Kinderbetreuungsplätze entstehen. Die Krippenbetreiber sind wenig begeistert.

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Bildlegende: In Zürich soll es 620 zusätzliche subventionierte Krippenplätze geben. Keystone

Das Wichtigste in Kürze:

  • In der Stadt Zürich soll es 620 zusätzliche subventionierte Plätze geben.
  • Die Stadt erhöht den Beitrag an die Betreiber von 111 auf 120 Franken pro Tag.
  • Die Kita-Betreiber sprechen von einer «Mogelpackung».

Berufstätigen Eltern von Vorschulkindern standen in der Stadt Zürich Ende des vergangenen Jahres insgesamt 9600 Betreuungsplätze in rund 300 Kitas zur Verfügung. 3600 davon, respektive rund 40 Prozent aller Betreuungsplätze, werden durch die Stadt subventioniert. In den nächsten Jahren sollen insgesamt 620 zusätzliche subventionierte Krippenplätze dazu kommen.

«  Die Subventionen dürfen nicht nach dem Prinzip ‹first come first served› angeboten werden »

Marcel Tobler
SP-Gemeinderat

Bisher war die Anzahl der subventionierten Plätze limitiert. Neu sollen alle Eltern, die aufgrund ihres Einkommens ein Anrecht auf einen subventionierten Platz haben, auch einen erhalten. Gemeinderat Marcel Tobler von der SP begrüsste diese Regelung. «Die Subventionen dürfen nicht nach der Leistung ‹first come first served› angeboten werden», erklärte er. Die Grünen sprachen von einem Quantensprung.

Der Betrag, den die Stadt an eine Kita für einen subventionierten Platz zahlt, wird zudem von 111 Franken auf 120 Franken pro Tag erhöht.

Gegen die Vorlage votierte am Mittwochabend einzig die SVP. Sie hätte lieber ein Betreuungsgutschein-Modell eingeführt.

Krippenbetreiber unzufrieden

Da die Subventionen jedoch an Auflagen gebunden sind, sind die Krippenbetreiber nicht zufrieden. Nadine Hoch vom Dachverband Kibe-Suisse spricht von einer «Mogelpackung». Sie befürchtet, dass wegen der vielen Vorgaben 30 Prozent der Anbieter am Schluss weniger erhalten. Es drohe deshalb ein Abbau von Leistungen oder sogar die Schliessung von Krippen, sagte sie gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen».