Zürich und Winterthur setzen weiter auf Geothermie

Die von Geothermie-Bohrungen verursachten Erdbeben in St. Gallen und Basel können das Vertrauen des Zürcher Stadtrates in die neue Technologie nicht erschüttern. Auch die Stadt Winterthur will schon bald der Geo-Energie Suisse AG beitreten und das Potential der neuen Energiequelle nutzen.

Erdwärme-Bohrung bei Triemli in Zürich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Geothermie-Bohrungen beim Triemli in Zürich gingen zwar erschütterungsfrei vonstatten, blieben aber erfolglos. Keystone

Mit politischer Rückendeckung durch das Stadtparlament und in Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EKZ), will sich der zuständige Zürcher Stadtrat, Andres Türler, weiterhin für die Erdwärme einsetzen: «Neben der Wasserkraft ist die Geothermie die einzige Art, um in der Schweiz in grösserem Mass Energie zu produzieren.»

Bohrungen in Zürich bisher ohne Erfolg

In der Stadt Zürich ist der Boden jedoch wenig geeignet um Erdwärme zu fördern. Das zeigte zumindest ein Versuch im Triemliquartier, der 2009 begann und dann mangels positiver Resultate abgebrochen wurde. Zürich engagiert sich deshalb weiterhin bei der Geo-Energie Suisse AG, einem Zusammenschluss verschiedener Schweizer Energieproduzenten, die in der ganzen Schweiz nach geeigneten Standorten suchen. Als mögliche Standorte werden unter anderem Sursee (LU) oder Avenche (VD) geprüft.

Geothermie: Alle Kräfte sollen gebündelt werden

Der Geo-Energie Suisse AG will auch Winterthur demnächst beitreten, sagt der Chef der Winterthurer Stadtwerke, Markus Sägesser, gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen»: «Es ist wichtig, das Know-how bei dieser Technologie schweizweit zu bündeln.» Für ihn wie auch für Andres Türler bleibt die Geothermie die Energie der Zukunft. Sägesser sieht die Erdbeben in St. Gallen und Basel als «Kinderkrankheiten», die zu der Erforschung von neuen Technologien gehörten. Und er erinnert an die Entstehung der Stauseen, da sei es seinerzeit auch zu Erschütterungen gekommen.

Schaffhausen: «Interessante Option»

Im Kanton Schaffhausen haben hingegen andere alternative Energien zurzeit den Vorrang: Wasserkraft, Windenergie und Photovoltaik. Längerfristig, so ab 2025, sei Erdwärme aber für den Kanton Schaffhausen durchaus eine «interessante Option», sagt Baudirektor Reto Dubach auf Anfrage.