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Zukunft der Regionalspitäler «Die Zukunft des Spitals heisst: ‹Hospital at Home›»

In Zukunft braucht es weniger Spitalbetten, sagt Gesundheitsökonom Werner Widmer. Denn Patienten würden vermehrt zuhause behandelt.

Legende: Audio Ökonom Werner Widmer plädiert für Veränderung: «Die Standorte der Spitäler stammen aus einer Zeit, als wir noch mit Ross und Kutsche unterwegs waren.» abspielen. Laufzeit 16:48 Minuten.
16:48 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.02.2019.

Die Zürcher Spitallandschaft ist im Umbruch. Die Regionalspitäler stehen vor einer ungewissen Zukunft: Uster und Wetzikon wollen fusionieren, in Affoltern droht gar die Schliessung. Welches sind die Ursachen für diese Umwälzungen und was bedeutet das für die Patientinnen und Patienten? Der Gesundheitsökonom Werner Widmer gibt Antworten.

Werner Widmer

Werner Widmer

Gesundheitsökonom

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Widmer ist Direktor der Stiftung Diakoniewerk Neumünster und Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Baselland. Ausserdem doziert er an der Hochschule St. Gallen über das Gesundheitswesen.

Er wohnt in Zollikerberg. Und könnte der Komponist der neuen Schweizer Hymne sein. Sein Vorschlag gewann das Onlinevoting um die neue Nationalhymne. Der 66-Jährige hat vor seinem Wirtschaftsstudium auch Musiktheorie studiert.

SRF News: Es kommt Bewegung in die Zürcher Spitallandschaft. Haben Sie diese Entwicklungen kommen sehen?

Werner Widmer:Ja, es ist keine Überraschung. Die Spitäler müssen ihre Strukturen anpassen. Ein Grund dafür ist die kürzere Aufenthaltsdauer in den Spitälern. Ein anderer ist die Verlagerung von stationären Aufenthalten zur ambulanten Behandlung. Natürlich ist die Bevölkerung gewachsen, wir haben aber trotzdem zu viele Betten.

Ist eine Fusion, wie sie Uster und Wetzikon planen der richtige Weg?

Ja, so eine Fusion ist eine elegante Lösung. Man kann verschiedene Dinge nur noch an einem Ort konzentrieren. So wird der 24/7-Betrieb mit Notfallstation natürlich kostengünstiger.

Solche Veränderungen goutiert das Stimmvolk häufig nicht. Es jammern zwar alle über die hohen Gesundheitskosten, ändern will man aber nichts. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Es leben sehr viele Leute sehr gut damit. Jeder 9. lebt in der Schweiz von einem Lohn aus dem Gesundheitswesen. Dazu kommt: Spitäler stehen nicht in einem globalen Wettbewerb. Deshalb bewegt sich wenig.

Zur Zeit gibt es im Kanton Zürich noch 24 sogenannte Listenspitäler. Wie viele gibt es noch in 10 Jahren?

Es wird weniger Spitalbetten geben. Spitäler könnte es gleich viel haben. Aber sie werden ganz anders funktionieren. Die Zukunft der Spitäler heisst in vielen Fällen «Hospital at Home». Man wird rasch nach Hause gehen, stark unterstützt von Informationstechnologie und Digitalisierung. Das ist ein Trend auch international.

Das Gespräch führte Fanny Kerstein. Sie finden das ganze Gespräch im Audiofile.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Bezüglich Katastrophenschutz und Grossereignissen sicher eine hervorragende Idee, Spitalbetten abzubauen. Vielleicht kann man ja sogar Not-Operationen durch eine (kostenpflichtige) App ersetzen? Oder? Toller Experte. Super. Ganz toll.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    "Man wird rasch nach Hause gehen, stark unterstützt von Informationstechnologie und Digitalisierung. Das ist ein Trend auch international." Der ultimative Trend wir dann sein, den Menschen ganz und aus allen Gleichungen zu nehmen. Dann können die Maschinen endlich untereinander ungestört kommunizieren und bei Bedarf sich reparieren oder entsorgen .....
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