ZVV: Kein genereller Abbau – aber es wird enger und teurer

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) spürt die Konsequenzen des kantonalen Sparpakets deutlich: Zwar gibt es keinen generellen Abbau, der ZVV muss jedoch beim zukünftigen Ausbau auf die Bremse treten – obwohl die Nachfrage stetig steigt.

Lange war gemunkelt worden, das Sparpaket des Kantons könnte den Ausbau von bereits längst geplanten Linien wie zum Beispiel der Tösstalstrecke oder das Tram über die Hardbrücke gefährden. Am Informationsabend des ZVV im Casino Winterthur machte Regierungsrätin Carmen Walker Späh schnell klar, dass dem nicht so ist: «Die Projekte, die sowieso geplant sind, werden fertig gestellt.» Und: «Kein Angebot wird reduziert.»

Ausbau muss gedrosselt werden

Damit waren die guten Nachrichten aber erschöpft. Laut ZVV-Direktor Franz Kagerbauer hat die Sparforderung der Regierung von 120 Millionen Franken spürbare Konsequenzen für die Pendlerinnen und Pendler: «Wir können die Kapazitäten und Fahrpläne nicht so anpassen wie geplant.» Da und dort werde es enger werden. Wo genau der Ausbau verlangsamt werden muss, will der ZVV bis zu den Sommerferien mitteilen. Um das Sparziel von 120 Millionen Franken zu erreichen, sollen zusätzlich die Ticketpreise erhöht werden, wenn auch nur moderat.

Trotz Geldmangel pünktlich, sauber und zuverlässig bleiben

Da immer mehr Menschen den öffentlichen Verkehr nutzen, kommt der Sparauftrag für Franz Kagerbauer zur dümmsten Zeit. Der ZVV soll sparen, obwohl er eigentlich ausbauen müsste. Ein Dilemma, welches Kagerbauer Sorgen macht. Er sieht vor allem die Kundenzufriedenheit in Gefahr: «Wir werden grosse Anstrengungen unternehmen müssen – zusammen mit den Verkehrsunternehmen – damit wir den Kunden auch weiterhin die zu Recht verlangte Qualität bieten können.» Bei Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Sauberkeit wolle er keine Abstriche machen.