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«Die Angriffe der Fans lassen mich nicht kalt»
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.01.2020.
abspielen. Laufzeit 07:47 Minuten.
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Zwischen den Fanlagern Vom Publikumsliebling zur Hassfigur

Er war ganz oben, gewann den Weltmeistertitel mit der U-17-Nationalmannschaft an der Seite von Granit Xhaka, Haris Seferovic oder Ricardo Rodriguez. Letzten Sommer dann war Oliver Buff vereins- und arbeitslos. Bis er bei den Grasshoppers anheuerte.

Ausgerechnet bei GC. Obwohl er in der Nachwuchsabteilung des Stadtrivalen FCZ ausgebildet worden war, mehr als 200 Spiele für den FC Zürich absolvierte und auch seine Lehre auf der FCZ-Geschäftsstelle machte.

Selten löste ein Transfer in die zweitoberste Schweizer Liga so viel Aufregung aus wie jener von Oliver Buff. GC-Fans beleidigten ihn auf einem Spruchband, bevor er überhaupt im Kader stand. Bei seinem ersten Einsatz pfiff ihn ein Teil der GC-Anhänger aus. Und auch einige FCZ-Fans sehen den Wechsel über die Gleise als Verrat, bedrohten Buff in den sozialen Medien.

Im Interview spricht Oliver Buff über die Zürcher Fussballkultur, seinen erlebnisreichen Weg, der ihn nach Niederhasli geführt hat, und den anstehenden Rückrundenstart mit GC.

SRF News: Ihr erstes Tor als Profi schossen Sie als 17-Jähriger. Es war im Zürcher Derby – gegen GC. Hätte Ihnen damals jemand gesagt, Sie würden dereinst für GC spielen, was hätten Sie geantwortet?

Oliver Buff: Das ist für mich einigermassen naheliegend. Natürlich bin ich beim FCZ gross geworden. Und ich hatte eine grossartige Zeit bei diesem Verein. Aber wer die Hintergründe im Fussballgeschäft kennt, der kann meinen Wechsel nachvollziehen.

Es ist lästig. Fans sollten ein Team unterstützen statt Spieler auszupfeifen.
Autor: Oliver Buffzu den Fan-Anfeindungen

Viele Anhänger – aus beiden Vereinen – haben keine Freude an Ihrem Wechsel. GC-Fans haben Sie bei Ihrem ersten Einsatz ausgepfiffen. Was ging Ihnen durch den Kopf in diesem Moment?

Bis zu einem gewissen Grad habe ich das erwartet. Gleichzeitig habe ich es noch selten gesehen, dass ein Wechsel in die Challenge League so viele Emotionen hervorgerufen hat. Natürlich ist es lästig zwischendurch. Diese Leute sollten besser die Mannschaft untersützten als mich auszupfeifen. Es bringt dem Verein mehr.

An Ihrer Person zeigt sich die grosse Rivalität der beiden Zürcher Stadtclubs. Haben Sie den Gegenwind aus der Fankurven unterschätzt?

Man muss diese Anfeindungen auch relativieren. Fussball löst Gefühle aus, das ist das Schöne am Sport. Es zeigt, dass der Fussball lebt in der Stadt Zürich. Ich versuche, diese Sprüche und Pfiffe auszublenden. Es nimmt ja auch ab. Und wenn ich meine Karriere eines Tages beende, wird sich niemand mehr für diese Geschichte interessieren.

GC ist eine Marke im Schweizer Fussball, nicht irgendein Verein.
Autor: Oliver Buffzur Zukunft der Grasshoppers

Mit GC kamen Sie zu einem Club, der sich neu erfinden musste nach dem Abstieg. Zurzeit sucht der Verein einen neuen Investor, die Zukunft ist offen. Wie belastet diese Ungewissheit die Mannschaft?

Diese Fragen muss die Führung lösen. Wir blenden das in der Garderobe aus und bringen unsere Leistung auf dem Feld. GC ist eine Marke, nicht irgendein Verein. Ich bin überzeugt, dass es weitergeht mit den Grasshoppers.

Sie wissen, wie man einen Zürcher Club zurückführt in die Super League, mit dem FCZ haben Sie das 2017 geschafft. Wie gross sehen Sie die Chancen, dass diese Saison mit GC der Wiederaufstieg gelingt?

Wir haben gute Chancen. Sechs Punkte Rückstand auf Lausanne, das klingt nach viel, aber es kann schnell gehen. Wir hatten eine gute Vorbereitung und haben spielerisch Fortschritte gemacht. Wir nehmen Spiel für Spiel und glauben an den Aufstieg.

(Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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