Ein neuer Markplatz für St. Gallen: «Ja, aber...»

Am 8. März stimmen die Stadt St. Galler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die Neugestaltung des Marktplatzes ab. Dabei geht es um einen Kredit von 14 Millionen Franken.

«Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt sind Zentrum und Herz der Innenstadt und der Altstadt. Ihr Erscheinungsbild und Zustand entsprechen heute aber längst nicht mehr dieser besonderen Bedeutung.» Die ersten beiden Sätze der Abstimmungsbroschüre sind wohl die einzigen, die sowohl Gegner als auch Befürworter des Projekts so unterschreiben würden. Denn, so der Tenor auf beiden Seiten: St. Gallen braucht einen neuen Marktplatz.

Das Projekt

Rund 21 Millionen würde die Neugestaltung des Marktplatzes, des Blumenmarktes und des Bohl in der Stadt St. Gallen kosten, 14 Millionen davon müsste die Stadt selbst bezahlen.

Das Projekt sieht folgende Änderungen vor: Die Rondelle auf dem Markt würde saniert, die ständigen Markthäuschen verschwinden und machen Platz für mobile Stände. Die Calatrava-Halle bleibt bestehen, die Busse, welche in Richtung Bahnhof fahren halten nicht mehr am Bohl, sondern 200 bis 300 Meter westlich versetzt. Die öffentlichen Parkplätze werden aufgehoben, der gesamte Platz wird autofrei und gepflastert. Im Taubenloch entsteht für knapp zwei Millionen Franken eine WC-Anlage.

Pro und Contra

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Zweite Abstimmung nach 2011

Die Stadt St. Galler Stimmbürger haben bereits im Mai 2011 über die Neugestaltung des Marktplatzes abgestimmt. Damals wurde die Vorlage abgelehnt. Im neuen Konzept hat der Stadtrat die umstrittenen Projektteile wie beispielsweise eine neue Parkgarage Schibenertor oder der Abbruch der Calatrava-Halle entfernt.

Ein Ja zum vorliegenden Projekt würde den Weg zu einem autofreien, funktionalen Stadtzentrum ebnen, sagt CVP-Stadtparlamentarier Michael Hugentobler vom Ja-Kommitee. FDP-Stadtparlamentarier Roger Dornier vom Nein-Kommitee entgegnet: Ein Ja am 8. März wäre ein Ja zu einem Flickwerk. Die Marktplatzvorlage bringe nicht mehr als eine kosmetische Korrektur, entgegnet FDP-Stadtparlamentarier Roger Dornier vom Nein-Kommitee.

Hinter dem Projekt stehen der Stadtrat, die CVP, SP, Juso, PFG, BDP, EVP, glp, die Grünen, die Jungen Grünen und Pro Velo. Widerstand gibt es von Seiten der SVP, der FDP, den Umweltfreisinnigen, dem Gewerbe der Stadt St. Gallen, Pro City und den Wirtschaftsverbänden. Die Markthändler wehren sich dagegen, dass der ständige Markt verschwinden soll.