Neues Stadtquartier Abst.: Zug und Baar stimmen über das «Unterfeld» ab

Am 12. Februar stimmen in Zug und Baar die Stimmberechtigten über den Bebauungsplan «Unterfeld» ab. Auf dem Gebiet soll ein neues, grenzüberschreitendes Stadtquartier entstehen mit 700 Wohnungen und viel Platz für das Gewerbe. Kritiker stören sich an der Höhe der geplanten Gebäude.

Das Grossprojekt soll auf dem 5,5 Hektaren grossen Areal Unterfeld Schleife Zug realisiert werden. Das Gebiet liegt zu einem Drittel auf Zuger Stadtgebiet, zu zwei Dritteln auf Baarer Gemeindegebiet. Punktuell sind sechs Hochhäuser mit einer Höhe von 34 bis 60 Metern geplant.

Von den 700 Wohnungen sollen 470 Wohnungen im preisgünstigen Segment sein. Die Korporation Zug, welche auf der Stadtzuger Seite 400 Wohnungen erstellen will, habe schon heute «weit über 100 Anmeldungen» erhalten, sagt Urban Keiser, Präsident der Korporation Zug.

Die Korporation will alle erstellten Wohnungen preisgünstig vermieten. Eine 4-1/2-Zimmer-Wohnung ab 1600 Franken. Noch offen sei aber, wieviele Wohnungen in welcher Grösse errichtet werden, sagt Urban Keiser. Man möchte auch kleinere Wohnungen bauen für «Studenten oder ältere Menschen».

Kritiker sagen: «Zu hoch und zu wuchtig»

Das Projekt findet auf bürgerlicher Seite grossmehrheitlich Zustimmung. Kritik am Bebauungsplan Unterfeld kommt von direkt betroffenen Anwohnern. Die bis zu 60 Meter hohen Gebäude würden ihre Sicht beeinträchtigen. Kritik kommt aber auch von der Stadtzuger Bau- und Planungskommission und von den linken Parteien.

Die Überbauung sei eine Aneinanderreihung eines «Hochregallagers à la V-Zug. Ein Kirchturm ist daneben ein Zahnstocher», so Urs Bertschi von der SP Stadt Zug und Präsident der Bau- und Planungskommission. Der preisgünstige Wohnungsbau sei auch nicht mit dem Bebauungsplan Unterfeld erfunden worden. Auch ohne den Bebauungsplan müssten dort preisgünstige Wohnungen realisiert werden.

Befürworter sagen: «Preisgünstig und gut gelegen»

Diese Kritik können bürgerliche Politiker gerade wegen der vielen preisgünstigen Wohnungen nicht nachvollziehen. Darunter auch Baars Gemeindepräsident Andreas Hotz von der FDP: «Die Forderung nach günstigen Wohnungen ist eine uralte linke Forderung. Ich verstehe deshalb nicht, warum sie das Unterfeld versenken wollen.»

«  Ich bin an einer Wohnung im Unterfeld interessiert, da ich aus meiner Wohnung in der Stadt Zug raus muss. »

Stadtzuger auf Wohnungssuche

Das Modell zur Überbauung «Schleife» wurde zwei Wochen lang in zwei Stadtzuger Einkaufszentren ausgestellt. Das Interesse der Passanten war gross. Viele von ihnen nahmen im Metalli- oder Herti-Einkaufszentrum, wo das Modell ausgestellt war, einen Prospekt mit.

Regionaljournal Zentralschweiz 17:30 Uhr