Ist die «Ära Banga» in Grenchen bald zu Ende?

Am 22. September entscheidet sich das Duell in Grenchen: Der langjährige Stadtpräsident Boris Banga (SP) wird von seinem ehemaligen Stadtschreiber François Scheidegger (FDP) herausgefordert. Im ersten Wahlgang holte Scheidegger etwas mehr Stimmen: Für Spannung ist gesorgt.

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Bildlegende: Boris Banga (links) gegen François Scheidegger (rechts): Auch im zweiten Wahlgang bleibt das Rennen offen. pd

2178 Stimmen für François Scheidegger, 2009 Stimmen für Boris Banga: So präsentierte sich das Wahlresultat in Grenchen im ersten Wahlgang am 9. Juni mit damals total vier Kandidaten. Inzwischen hat sich das Kandidatenfeld gelichtet: Am 22. September steht ein reines Duell zwischen Banga und Scheidegger an.

Der «König» kämpft gegen einen Ex-Mitarbeiter

Die Ausgangslage ist brisant und spannend: Boris Banga führt die Uhrenstadt seit 22 Jahren, er wird deshalb auch «König Banga» genannt, scherz- oder boshaft, je nach Position. Sozialdemokrat Banga gilt als volksnaher Politiker und fand als Nationalrat auch landesweit immer wieder Beachtung. In Grenchen häufte sich allerdings in den letzten Jahren Kritik an seinem Führungsstil.

François Scheidegger ist die Hoffnung der vereinigten bürgerlichen Parteien: Sie sehnen sich nach einem Machtwechsel und haben dafür ausgerechnet einen ehemaligen Angestellten von Boris Banga erkoren: Scheidegger war von 2002 bis 2009 Stadtschreiber in Grenchen, heute ist er Präsident am Amtsgericht.

Gehässiger Wahlkampf in Grenchen

Der Wahlkampf zwischen Banga und Scheidegger verlief vor allem vor dem ersten Wahlgang zum Teil äusserst gehässig. Und noch immer zeigt sich in Leserbriefen und Online-Kommentaren, dass die Bevölkerung in Grenchen tief gespalten ist. Immer wieder tauchen «Interna» aus der Verwaltung auf, die den Führungsstil und die Fähigkeiten des Stadtpräsidenten in Frage stellen. Dessen Anhänger bezeichnen diese Berichte wiederum als inszenierte Schlammschlacht.

Die Ausgangslage ist äusserst spannend: François Scheidegger konnte sowohl bei den Gemeinderatswahlen (Exekutive) im April als auch beim ersten Wahlgang im Juni leicht mehr Stimmen für sich gewinnen. Doch inzwischen hat sich der parteilose Daniel Flury (231 Stimmen im ersten Wahlgang) aus dem Rennen genommen: Boris Banga kann also vielleicht auf einen leichten Stimmenzuwachs hoffen. Der Wahlausgang in Grenchen bleibt damit offen.

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Boris Banga kämpft gegen Pensionierung

3:41 min, aus Schweiz aktuell vom 17.5.2013