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Arbeitsmarkt für Lehrpersonen Immer mehr wollen Lehrerin oder Lehrer werden

Pädagogische Hochschulen boomen: Was heisst das für den Lehrpersonenmangel?

Die Ausbildung an den pädagogischen Hochschulen ist gefragt. Viele PHs vermelden für das Herbstsemester 2026 rekordhohe Anmeldezahlen. Die Entwicklung lässt sich in einen längerfristigen Trend einordnen: In den letzten Jahren sind die Anmeldungen stetig gestiegen.

Die Zahlen

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Vorläufige Anmeldungszahlen für das Herbstsemester 2026, die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf die Veränderung gegenüber dem Vorjahr:

PH Zürich: 1962 Anmeldungen (+7 %)

PH Bern: 771 Anmeldungen (+6 %)

PH FHNW: zweistelliges Plus erwartet (offizielle Zahlen noch ausstehend)

PH Luzern: 791 Anmeldungen (+12 %)

PH St. Gallen: 441 Anmeldungen (+7 %)

PH Graubünden: 234 Anmeldungen (+19 %)

PH Zug: 166 Anmeldungen (+10 %)

Quereinsteigerprogramme sind gefragt

Der Ruf nach Lehrkräften scheint bei den Ausbildungssuchenden also Anklang gefunden zu haben. Andrea Schweizer, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Zürich, führt die hohe Nachfrage auch auf Anpassungen im Studienangebot zurück. So wurden Studiengänge geschaffen, die es ermöglichen, bereits während des Studiums an einer Schule Teilzeit zu arbeiten.

Schüler in einem Klassenzimmer mit einem Lehrer vorne, mehrere Hände sind gehoben.
Legende: Immer mehr Personen entscheiden sich für eine Ausbildung zur Lehrperson. Keystone/Georgios Kefalas

Zudem hat die PH Zürich ihre Angebote für Quereinsteigende neu ausgerichtet. Für diese ist die Nachfrage besonders hoch: Für den Quereinstiegs-Studiengang der Sekundarstufe I beispielsweise gingen dieses Jahr 87 Prozent mehr Anmeldungen ein als im Vorjahr.

Lehrpersonenmangel bleibt Herausforderung

Die steigende Nachfrage freut auch den Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH). Von einem Ende des Lehrpersonenmangels zu sprechen, sei jedoch verfrüht, sagt Beat Schwendimann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle. Entscheidend sei nicht nur, wie viele Personen ausgebildet würden, sondern auch, dass diese langfristig als Lehrpersonen tätig blieben. Noch immer verlässt ein beträchtlicher Teil den Beruf innerhalb der ersten fünf Jahre.

Prognosen des BFS

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Das Bundesamt für Statistik (BFS) rechnet damit, dass die Differenz zwischen dem Angebot an Lehrkräften und dem Bedarf nach und nach kleiner wird. Seit 2022 werden in der Schweiz weniger Kinder geboren. Zwischen 2025 und 2034 dürfte die Schülerzahl landesweit um sieben Prozent oder rund 52'000 Kinder sinken. Ab 2032 sollte das Angebot an neuen Lehrpersonen den Bedarf in nahezu allen Regionen der Schweiz decken.

Dass die pädagogischen Hochschulen bald zu viele Lehrpersonen ausbilden könnten, glaubt Beat Schwendimann nicht. Eine hohe Zahl der Studierenden sei vielmehr wünschenswert, weil Schulen und Hochschulen dann sorgfältiger auswählen könnten. Wenn mehr qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung stehen, komme das letztlich auch der Unterrichtsqualität zugute.

Man hat meistens entweder zu viele Lehrpersonen oder zu wenig.
Autor: Beat Schwendimann Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle beim LCH

Grundsätzlich seien Schwankungen im Lehrerinnen- und Lehrerberuf nichts Aussergewöhnliches, sagt Beat Schwendimann. Historisch betrachtet habe es immer wieder Phasen mit einem Mangel und solche mit einem Überangebot gegeben. «Man hat meistens entweder zu viele Lehrpersonen oder zu wenige.» Momente, in denen Angebot und Nachfrage genau übereinstimmen, sind selten.

Viele Menschen sitzen an Schreibtischen in einer Bibliothek.
Legende: Auch die Pädagogische Hochschule Bern rechnet gemäss provisorischen Zahlen mit einem Rekord der Studienanmeldungen für das Herbstsemester 2026. Keystone/Peter Klaunzer

Regional bleibt die Lage unterschiedlich

Für das kommende Schuljahr zeigen sich in mehreren Kantonen Anzeichen einer Entspannung. Der Kanton Zürich erklärte bereits im März den generellen Lehrpersonenmangel für beendet. Auch im Kanton Bern hat sich die Situation etwas entschärft. Der Bedarf an Lehrpersonen sei insbesondere in der Primarschule, der Heilpädagogik und der Sekundarstufe I zwar weiterhin gross, der Mangel habe sich in den vergangenen Jahren jedoch spürbar reduziert.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt der Schulleiterinnen- und Schulleiterverband Schweiz (VSLCH). Besonders in der Ostschweiz und im Kanton Zürich habe sich die Lage verbessert. Gleichzeitig bleibe die Personalsuche vielerorts anspruchsvoll: Die Schulen hätten oft nur eine kleine Auswahl an Bewerberinnen und Bewerbern und müssten erhebliche Anstrengungen unternehmen, um passende Lehrpersonen zu finden.

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Regionaljournal Zentralschweiz, 4.6.2026, 12 Uhr;liea

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