- Am Mittwoch räumte die Polizei in Basel ein seit mehreren Wochen besetztes Chemie-Areal.
- Die Demonstration gegen diese Besetzung eskalierte, es gab grossen Sachschaden und Schmierereien, unter anderem am Rathaus.
- Bürgerliche Politikerinnen und Politiker verurteilen die Demonstration.
«Zack» steht in grossen Buchstaben auf dem roten Sandstein des Basler Rathauses. Darunter eine üble Beleidigung an die Adresse der Politik. «Zack» steht für «Zone Autonome Culturelle Klybeck», so nannte das Besetzerkollektiv ihr Kulturzentrum auf dem besetzten Klybeckareal.
Die UBS-Filiale und das Warenhaus Globus bekamen Farbbeutel ab, gegen die Fenster der Starbucks-Filiale flogen Stühle. Die Demonstration gegen die Räumung des Chemie-Areals eskalierte am Mittwochabend. Mehrere hundert Personen zogen vom Kleinbasel zum Marktplatz. Die Polizei, in Vollmontur und mit Kastenwagen, reagierte mit Wasserwerfern.
Die Spitze des Demonstrationszugs zündete Böller und Raketen und warf sie Richtung Polizei. Entlang der Demo-Route entstand gemäss Polizei erheblicher Sachschaden. Die Polizei nahm eine Person fest. Sie stehe im Verdacht, Landfriedensbruch und massive Sachbeschädigungen begangen zu haben.
Die Reaktionen aus der Politik auf die Demonstration fallen harsch aus. «Gewalt gegen das Rathaus ist kein Protest, sondern ein Angriff auf uns alle», schreiben etwa die Jungfreisinnigen in einer Medienmitteilung. Die SVP verlangt, dass die beteiligten Demonstrierenden ermittelt werden und für den Sachschaden und den Polizeieinsatz finanziell aufkommen müssen.
Zudem fordert die SVP ein Ja zu ihrer eigenen sogenannten Anti-Chaoten-Initiative, die Ende September zur Abstimmung kommt. Von linker Seite gibt es etwas Verständnis. «Diese Demonstration ist Ausdruck der Wut über die Räumung im Klybeck», sagt etwa Franziska Stier von der Linksaussen-Partei Basta. Die Wut rechtfertige aber nicht die Sachbeschädigungen.
Das «Zack»-Kollektiv hatte Ende Mai drei leer stehende Gebäude auf dem Klybeck-Areal besetzt. Eigentümerin ist das Versicherungsunternehmen Swiss Life, die bereits kurz nach der Besetzung laut eigenen Angaben mit der Polizei im Kontakt stand. Gegen vier Uhr morgens am Mittwoch begann die Polizei mit der Räumung des Areals und sperrte weite Teile des umliegenden Quartiers ab.
Zwei Personen noch auf dem Dach des Chemie-Areals
Die Gebäude waren vor Mittag geräumt, bis auf zwei Personen. Diese harren noch immer auf dem Dach der Liegenschaft aus. Seit mehr als 24 Stunden befinden sie sich bereits dort. Angebote auf Verpflegung oder medizinische Hilfe würden sie ablehnen, heisst es von der Polizei.