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Bezirksgericht Zürich Bluttat in Lugano-Bar: Das sagt der Angeklagte vor Gericht

Ein Ungar stach in Zürich brutal auf einen Barmann ein. Vor Gericht drohen ihm nun 16 Jahre Haft und die Verwahrung. Eine Übersicht.

Wie spielte sich die Bluttat ab? Gemäss Anklage war das Vorgehen des Tatverdächtigen skrupellos. Ende August 2023 betrat er bewaffnet die Zürcher Milieubeiz Lugano-Bar im Langstrassenquartier. Er besprühte den Barkeeper unvermittelt mit Pfefferspray und stach dann mit einem 13 Zentimeter langen Messer mindestens siebenmal auf ihn ein. Das Opfer hatte keine Chance. Mit schwersten Verletzungen unter anderem an Lunge, Niere und Milz verblutete es noch vor Ort. Rund zwei Monate später wurde der Tatverdächtige verhaftet.

Auto fährt an einer Bar mit rotem Schild vorbei.
Legende: In dieser Bar an der Zürcher Langstrasse kam es vor knapp drei Jahren zur tödlichen Attacke auf den Barmann. SRF

Wie kam es zur brutalen Tat? Die Staatsanwaltschaft zeichnet das Bild eines Mannes, der sich in eine fixe Idee hineingesteigert und danach gezielt getötet hat. Demnach hielt sich der heute 53-Jährige schon Monate vor der Tat immer wieder im Langstrassenquartier auf. Videoaufnahmen und Zeugenaussagen würden dies belegen. Er habe dort gesucht – nach einer Frau mit dem Namen «Debora» und einem Kind, von dem er ausging, dass es sein eigenes ist. Er vermutete die beiden im Umfeld der Lugano-Bar, seine Nachforschungen blieben jedoch erfolglos. Der Ungar habe deshalb die Überzeugung entwickelt, Mitarbeiter und Personen aus dem Umfeld der Lugano-Bar würden ihn bewusst täuschen und bei seiner Suche behindern. So sei es dann zur verhängnisvollen Tat gekommen.

Was fordert die Anklage? Der Angriff sei heimtückisch und planmässig erfolgt, davon ist die Staatsanwaltschaft überzeugt. Der Angeklagte sei sich sicher gewesen, dass seine Handlungen zum Tod des Opfers führen würden. Sie fordert wegen Mordes eine Freiheitsstrafe von 16 Jahren sowie eine ordentliche Verwahrung. Zudem soll der Ungar für 15 Jahre des Landes verwiesen werden.

Was sagt der Angeklagte zum Fall? Er antwortete vor Gericht auf Fragen oft langatmig und wirr. So schrie er teils im Gerichtssaal, oder er wollte seinen Anwalt vor Ort entlassen. Über eine Dolmetscherin, die die Aussagen des Ungarn übersetzte, sagt er anfänglich, er kenne die Lugano-Bar nur von Bildern und eine Frau namens «Debora» sage ihm nichts. Am Nachmittag dann sprach er plötzlich davon, aus Notwehr gehandelt zu haben, eine Straftat habe er aber nicht begangen.

Und welchen Eindruck macht er? Der Angeklagte wurde auf einer Bahre in den Gerichtssaal gebracht, während der Verhandlung lag er auf einem Krankenbett. Er ist krebskrank und befindet sich in palliativer Behandlung. Immer wieder wälzte er sich auf dem Bett unruhig hin und her. Die Richter klärten vor der eigentlichen Verhandlung auch ab, ob der Mann überhaupt verhandlungsfähig ist, und entschieden sich dafür, den Prozess durchzuführen. Laut psychiatrischem Gutachten leidet der Beschuldigte an Wahnvorstellungen und Persönlichkeitsstörungen. Aber: Der Angeklagte stritt diese psychischen Störungen vor Gericht ab. Seine Patientenakten seien durch seinen kriminellen Bruder gefälscht worden.

Grosses Gebäude mit Säulenfassade und Menschen, die davor gehen.
Legende: Der Tatverdächtige befindet sich seit November 2023 in Haft und steht am Dienstag vor dem Zürcher Bezirksgericht. Keystone / Walter Bieri

Wie argumentiert die Verteidigung? Die Verteidigung hat sich vor Gericht noch nicht geäussert. Für den Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 28.7.2026, 12:03 Uhr ; 

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