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F-35-Kampfjets Armasuisse präzisiert Kompensationsgeschäfte mit Lockheed Martin

  • Armasuisse und der Flugzeughersteller Lockheed Martin haben im Rahmen der Beschaffung der F-35-Kampfjets weitere Offset-Vorhaben konkretisiert.
  • Zu den Vorhaben gehören beispielsweise ein Trainingslager für die Ausbildung am Triebwerk oder der Aufbau von Fähigkeiten für die Produktion und Reparatur der Cockpit-Kabinenhaube.
  • Auch Cyber-Training und die Entwicklung von Trainingsmunition zusammen mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall sind geplant.

Derzeit werde an dreissig Projekten gearbeitet, sagte Patrick Nyfeler, der Regionaldirektor für Deutschland, Österreich und die Schweiz von Lockheed Martin, am Dienstag bei einem Medienfachgespräch. Einzelne Projekte befinden sich mit den Beteiligten noch in der Ausarbeitung der vertraglichen Details.

Kooperationen mit verschiedenen Firmen

Weitere Vorhaben betreffen Projekte im Bereich nachhaltig synthetischer Flugtreibstoffe mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) oder die Entwicklung eines Quanten-Ökosystems in der Schweiz zusammen mit dem Softwareunternehmen IBM.

SRF-Fachredaktor: «Versteckter Aufpreis für Steuerzahler»

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Die Einschätzung von Tobias Gasser, Inlandredaktor SRF:

«Offset-Geschäfte bei Rüstungsaufträgen sind eine Subvention für die Schweizer Industrie. Im Falle des F-35A muss der Anbieter, der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin, Geschäfte im Umfang von drei Milliarden US-Dollar mit Schweizer Firmen abschliessen. Das hat die Stimmbevölkerung an der Urne vorgegeben. Weil diese Vorgabe die Beschaffung teurer macht, zahlt die Steuerzahlerin, der Steuerzahler einen versteckten Aufpreis. Die Rüstungsbeschaffungsbehörde Armasuisse schätzt die Mehrkosten im Bereich von 700 bis 800 Millionen US-Dollar zulasten des Schweizer Steuerzahlers.

Ursprünglich herrschte in der Schweizer Industrie die Angst, dass Lockheed Martin nicht genügend Projekte in der Schweiz findet. Die Lieferketten beim F-35 sind seit Jahren etabliert.

Vor allem die Westschweizer Rüstungs- und Technologieindustrie fürchtete, dass sie zu kurz kommt und ein grosser Anteil gar zur staatlichen Ruag mit ihren Standorten in der Deutschschweiz fliesst. Mit der gemeinsamen Kommunikation von Armasuisse und Lockheed Martin wird sich die Front am Röstigraben beruhigen. Lockheed Martin verspricht gar, die Offset-Ziele zu übertreffen, auch in der Westschweiz.

Trotzdem bleibt der hohe Aufpreis von gegen 800 Millionen. Damit liessen sich auch ein Halbdutzend zusätzlicher Flugzeuge kaufen – anstelle einer Industrieunterstützung.»

Die gesamte Offset-Verpflichtung von Lockheed Martin beträgt rund drei Milliarden US-Dollar, was etwa 60 Prozent des Vertragswerts der F-35-Beschaffung entspricht.

Zwei Kampfflugzeuge fliegen am blauen Himmel mit Wolken.
Legende: Zwei dänische F-35-Kampfjets, hier an einer Show in Kopenhagen im Jahr 2025. Keystone/Epa/Emil Nicolai Helms

Gemäss Bundesbeschluss soll ein Fünftel der Offset-Geschäfte direkt mit der Beschaffung des F-35 zusammenhängen. Weitere 40 Prozent können indirekt erfolgen, das heisst in sicherheits- und rüstungsrelevanten Bereichen der Schweizer Industrie.

Neue Vorhaben übertreffen Ziele

Armasuisse geht demnach davon aus, dass der direkte Offset-Anteil rund 28 Prozent erreiche und der indirekte Anteil rund 45 Prozent. Zusammen ergebe das ein Offset-Volumen von 73 Prozent, was deutlich über der vertraglich geforderten 60-Prozent-Marke liegt. Damit würden die Ziele übertroffen.

Zwei Männer in formeller Kleidung sitzen an einem Tisch und lächeln.
Legende: Die Offset-Verpflichtungen werden gemäss den Verantwortlichen wohl vorzeitig erreicht. Keystone/Peter Schneider

Auch bei der regionalen Umsetzung würde sich eine Übererfüllung der Vorgaben abzeichnen, so die Verantwortlichen. In der Romandie beispielsweise steige der Anteil laut Armasuisse auf 45 Prozent anstelle der vorgesehenen 30 Prozent.

Drei Milliarden US-Dollar für Offset-Vorhaben

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Offset-Geschäfte werden auch Kompensationsgeschäfte genannt. Das sind Aufträge, Projekte oder Kooperationen, die ein ausländischer Lieferant im Rahmen einer Beschaffung mit Unternehmen, Hochschulen oder Forschungspartnern in der Schweiz umsetzt. Im Rahmen der F-35-Beschaffung wurden per 30. Juni bereits Geschäfte im Wert von 1.03 Milliarden US-Dollar angerechnet, was rund einem Drittel der gesamten Offset-Verpflichtung entspricht, wie Armasuisse festhält. Umgesetzt wurden bisher indirekte Offset-Geschäfte.

Umsetzungsfrist für die gesamte Offset-Verpflichtung ist der 31. Dezember 2034.

Die Beschaffung der F-35-Kampfjets gibt in der Schweiz immer wieder zu reden. Kritiker stören sich vor allem an den hohen Kosten der Flugzeuge aus den USA.

SRF4 News, 7.7.2026, 14 Uhr ; 

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