- Rund 400 Menschen haben auf dem Dorfplatz in Untersiggenthal AG ihre Solidarität mit den Opfern von sexualisierter Gewalt bekundet.
- Die Teilnehmenden forderten mehr Opferschutz.
- Hintergrund ist der Fall eines Ex-Politikers aus dem Kanton Aargau, der mehrere weibliche Opfer betäubt, sexuell missbraucht und die Taten gefilmt haben soll.
Die Kundgebung fand in Untersiggenthal im Bezirk Baden statt. Der angeklagte 57-jährige Schweizer und ehemalige SVP-Grossrat hat in dieser Gemeinde mit den Opfern gewohnt. Er soll die Straftaten an drei Frauen in seinem Wohnhaus verübt haben. Seit drei Jahren sitzt er in Untersuchungshaft.
An der Mahnwache fordern die Teilnehmenden eine umfassende und transparente Aufarbeitung der Geschehnisse sowie eine Stärkung des Opferschutzes. «Ich bin gekommen, weil ich hoffe, dass ich damit eine Veränderung beim Umgang mit solchen Fällen anstossen kann», sagt eine Teilnehmerin gegenüber SRF. Die eigene Unzufriedenheit bekunden, sei das Einzige, was man aktuell tun könne, bekräftigt eine Weitere. Deshalb sei sie da. Andere geben als Grund an, dass sie den Mut der Opfer würdigen wollen. «Und weil mir solche Versammlungen zeigen, dass ich nicht allein bin», sagt eine junge Frau.
Auch Männer sind an der Veranstaltung anwesend. «Ich habe drei Töchter und wir sind mit der ganzen Familie gekommen», sagt ein 88-Jähriger. Seine ganze Familie will ein Zeichen setzen, dass solche Ereignisse nicht toleriert werden. Einem jüngeren Mann ist es wichtig, sich mit den betroffenen Frauen zu solidarisieren.
Mutter bedankt sich für Unterstützung
Auch zwei der Opfer nehmen an der Mahnwache teil: die Mutter und ihre Tochter. Als sie vor die Kundgebung treten, erhalten sie von den Anwesenden langen und kräftigen Applaus für ihren Mut. Die Mutter bittet um Hilfe in Form von Zeit und Aufmerksamkeit. Denn sie wolle anderen Frauen in einer ähnlichen Situation helfen. Die bewilligte Solidaritätskundgebung vor dem Gemeindehaus haben die SP Frauen Aargau organisiert. Weitere Gruppen haben sie dabei unterstützt.