Bis die letzte Gemeinde ausgezählt war, blieb es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch schliesslich machte SVP-Mann Matthias Liechti das Rennen mit nur rund 1100 Stimmen Unterschied gegen Grünen-Kandidat Philipp Schoch. «Ich habe noch nie so oft Refresh gedrückt bei einer Webseite», sagte Sieger Liechti nach seiner Wahl.
Somit holt die SVP wieder einen Sitz in der Baselbieter Regierung und verdrängt die Grünen aus dem Gremium. Seit dem Rücktritt von Thomas Weber vor drei Jahren war die Volkspartei nicht mehr Teil der Regierung, obwohl die SVP die wählerstärkste Partei ist im Kanton.
Die Bürgerlichen stellten sich geschlossen hinter Liechti. Das habe den Ausschlag gegeben für seine Wahl, meinte Liechti: «Wir hatten eine gute Zusammenarbeit mit den anderen bürgerlichen Parteien. Die Mitte und die FDP haben hervorragende Arbeit geleistet.» Schoch hatte mehr Mühe, alle Linken hinter sich zu vereinen. Die EVP etwa – die mit den Grünen im Landrat in einer Fraktion politisiert – entschied sich zur Stimmfreigabe.
Duell zwischen Bürgerlich und Links
Matthias Liechti war vor dem Wahlkampf kaum politisch in Erscheinung getreten. Als langjähriger Gemeindepräsident von Rümlingen im Oberbaselbiet sammelte er zwar Erfahrung als Exekutivpolitiker, doch Rümlingen ist mit gerade mal 440 Einwohnerinnen und Einwohnern eher überschaubar. Als Landrat reichte Liechti nur einen Vorstoss ein.
Schoch wiederum kann auf eine lange Karriere als Gemeinderat, Landrat, Landratspräsident und Parteipräsident zurückblicken. Er gilt als sehr gut vernetzt im Kanton. Als Pratteler vertrat er den Unterbaselbieter Teil des Kantons. Trotzdem reichte es nicht für die Wahl in die Baselbieter Regierung.