- Die neue Stadtpräsidentin von Thun heisst Eveline Salzmann.
- Die SVP-Politikerin setzte sich in der Stichwahl gegen Andrea de Meuron von den Grünen durch.
- Salzmann ist die erste Frau in der Thuner Stadtregierung.
Eveline Salzmann (SVP) erreichte in der Stichwahl von der Thuner Stimmbevölkerung 6304 Stimmen. Die Zweitplatzierte Andrea de Meuron (Grüne) erhielt 5490 Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 38.7 Prozent.
Salzmann gehört seit 2022 dem Thuner Gemeinderat (Stadtregierung) an und leitet die Direktion Sicherheit und Soziales. «Die Bevölkerung kannte meine Arbeit und ich habe eine breite Unterstützung gespürt», sagt Salzmann.
Eine Siegerin, die anpacken will
Welche Projekte liegen der frisch gewählten Stadtpräsidentin besonders am Herzen? «Es sind bereits zahlreiche Projekte von der vorherigen Regierung aufgegleist worden, etwa im Wohnbereich», so Salzmann. Das wolle sie nun angehen. Dazu kommen der neue Forschungsstandort der Empa oder der Sportcluster Süd, ein Areal mit diversen Sportanlagen und -hallen und der neue Campus des Schweizerischen Fussballverbandes.
Mit meiner Vergangenheit als Richterin bringe ich gute Voraussetzungen mit.
Sie freue sich auf diese Projekte. «Ich mag Menschen und habe mit dem Gemeinderat ein gutes Team an meiner Seite», so Salzmann. Zudem bringe sie mit ihrer Vergangenheit als Richterin gute Voraussetzungen mit.
Eine Verliererin, die sich auch freut
Die Unterlegene, Andrea de Meuron von den Grünen, ist nicht nur enttäuscht. Zwar hat sie trotz Unterstützung aus dem linken Lager 814 Stimmen weniger geholt als ihre Konkurrentin Eveline Salzmann, aber: Ihr Parteikollege Claudius Domeyer hat den Einzug in die Stadtregierung geschafft – und damit die Mehrheit gekippt.
«Die Freude über die neuen Mehrheitsverhältnisse in der Stadtregierung überwiegt im Moment», sagt de Meuron. Es sei aber wichtig, dass auch die rotgrüne Mehrheit respektvoll mit anderen Meinungen umgehe.
Die Freude über die rotgrüne Mehrheit überwiegt
Andrea de Meuron steht seit 2018 der Direktion Finanzen, Ressourcen, Umwelt vor und wurde im März dieses Jahres zudem in den Nationalrat gewählt.
Erneute Wahl im Herbst
Die Stichwahl war nötig, weil der bisherige Thuner Stadtpräsident, Raphael Lanz (SVP), im März in die Berner Kantonsregierung gewählt wurde.
Die Gewählten müssen sich bereits im Herbst erneut zur Wahl stellen. Am 29. November finden in Thun Gesamterneuerungswahlen statt. Die Zweitplatzierte in der heutigen Stichwahl, Andrea de Meuron, schliesst jedoch eine erneute Kandidatur fürs Stadtpräsidium aus.