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Geschichte der Fake News Die Geschichte von Desinformation und Fake News

Falschnachrichten sind kein neues Phänomen. Doch das Internet und KI haben das Problem verschärft. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Die Methoden zur Desinformation ändern sich, die Absicht dahinter bleibt oft dieselbe.

Was stimmt und was nicht? Diese Frage ist heute präsenter denn je, doch die gezielte Verbreitung von Falschnachrichten hat eine lange Tradition. «Fake News, also Desinformation, das ist eine absichtlich in die Welt gesetzte Falschnachricht. Und die ersten Beispiele finden sich bereits in der Antike», sagt Medienwissenschaftler Daniel Vogler von der Universität Zürich.

Ihre wahre Sprengkraft entwickelte Desinformation jedoch erst im Zeitalter der Massenmedien. Mit der Erfindung der Zeitung, später ergänzt durch Radio und Fernsehen, konnten Falschinformationen erstmals ein riesiges Publikum erreichen.

Handgeschriebenes historisches Dokument auf Deutsch.
Legende: Ein Lehrbuchbeispiel ist die «Emser Depesche». 1870 verfälschte Preussens Kanzler Otto von Bismarck eine Mitteilung über ein Gespräch mit Frankreich bewusst so provokant, dass die Presse es als feindselig darstellte. Die öffentliche Empörung trug massgeblich zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges bei. PD

«Ein Klassiker, wenn man von Desinformation redet, ist natürlich die Referenz an das Dritte Reich», so Vogler. Im Namen der Propaganda seien gezielt Unwahrheiten verbreitet worden, etwa über die jüdische Bevölkerung. Dem Volk sei weisgemacht worden, der «Endsieg» sei nur noch Monate entfernt – eine Behauptung, die in keinem Verhältnis zur Realität des Kriegsverlaufs stand. «Nur noch, was den Herrschern genützt hat, wurde auch verbreitet», erklärt Vogler.

Trotz kritischem Journalismus: Lügen für den Krieg

Als Reaktion auf die Propaganda der Diktaturen entwickelte sich in der Nachkriegszeit ein neues Ideal: Der kritische, von der Politik unabhängige Journalismus erlebte eine Blütezeit. Doch auch das konnte Desinformation nicht vollständig verhindern.

Ein prägnantes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit ist der Irak-Krieg 2003:

Für Vogler ist dies «ein typisches Beispiel für Desinformation im Zeitalter des Fernsehens».

Das Internet «demokratisiert» die Desinformation

Mit dem Aufkommen von Internet und Social Media entfesselt sich die Desinformation neu. Ab dann kann jeder Falschnachrichten erstellen und verbreiten. Die Reichweite ist gross. Laut dem Medienwissenschaftler wecken besonders absurde und unsichere Inhalte das Interesse der Menschen – und der Algorithmen.

Die problematischsten Fälle von Desinformation werden immer noch von oben nach unten produziert.
Autor: Daniel Vogler Forschungsleiter Forschungszentrum Öffentlichkeit & Gesellschaft

Doch die Gefahr kommt nicht nur «von unten». Auch Mächtige nutzen Social Media gezielt, oft im Zusammenspiel mit klassischen Medien, um ihre Kampagnen zu verstärken. «Die problematischsten Fälle von Desinformation werden immer noch von oben nach unten produziert», sagt Vogler.

Kampfjet fliegt vor Passagierflugzeug, Raketenabgase sichtbar.
Legende: Ein weiteres modernes Beispiel für Desinformation ist die russische Berichterstattung über den Abschuss des Passagierflugzeugs MH17. So wurde behauptet, ein ukrainischer Kampfjet habe das Flugzeug abgeschossen. Diese Erzählung wurde auch im russischen TV verbreitet (Ausschnitt im Bild). Archiv

Die neue Ära der KI – und wie man ihr begegnet

Das jüngste Kapitel in der Geschichte der Desinformation schreibt künstliche Intelligenz. Sie vergrössert das Repertoire für Fake News enorm. «Man kann Inhalte viel schneller erstellen. Man kann mehr Inhalte erstellen. Man kann ganze Webseiten mit falschen Inhalten relativ schnell mit wenig Kenntnis programmieren», warnt Vogler.

Die Frage «Was ist echt, was nicht?» wird dadurch noch drängender. Dennoch gibt es Grund zur Hoffnung. Vogler betont, dass Menschen Desinformation nicht wehrlos ausgeliefert sind: «Wir haben heute auch viel mehr Möglichkeiten, alles zu kontrollieren. Wir haben Suchmaschinen. Wir haben die Möglichkeit, etwas zu recherchieren.» Und Medienausbildung gäbe den Menschen Möglichkeiten, dem Phänomen zu begegnen.

Desinformation ist ein altes Problem, doch mit den Mitteln der Gegenwart lässt sich ihm begegnen.

Fakt oder Fake? – Die Themenwoche bei SRF

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Ab dem 26. Januar 2026 beleuchtet SRF das Thema Fake News eine Woche aus verschiedenen Blickwinkeln – mit Reportagen, Recherchen und Faktenchecks zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Alle Inhalte finden Sie hier auf der Übersicht zur Themenwoche «Fakt oder Fake?».

10v10, 26.01.2026, 21:50 Uhr ; 

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