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Wahlen15 politbox Welche Fremdsprache sollen Jugendliche zuerst lernen?

Unglängst ist auf Kantonsebene ein politischer Streit entbrannt: Sollten Jugendliche in der Schule als erste Fremdsprache eine Landessprache lernen – oder doch lieber Englisch? Darüber liess politbox – das interaktive Wahlangebot der SRG SSR – seine Nutzer abstimmen. Hier die Resultate im Überblick.

Legende: Video Diskussion: Wie unterhält man sich in mehreren Sprachen? abspielen. Laufzeit 17:41 Minuten.
Aus News-Clip vom 13.05.2015.

Ein Land und trotzdem vier Sprachen – wie geht die Schweiz mit ihrer Mehrsprachigkeit um und soll Englisch dabei in Zukunft eine wichtigere Rolle übernehmen? Dies wollte politbox – das interaktive Angebot der SRG SSR zu den nationalen Wahlen – von den Usern wissen.

Mit Blick auf die nationalen Wahlen in diesem Herbst hat die SRG SSR das Wahlangebot politbox geschaffen. Dabei können Nutzerinnen und Nutzer via Quiz-App ihr Wissen zur Schweiz testen und zu verschiedenen Themen auch ihre Meinung abgeben. Diese Woche stand die Mehrsprachigkeit in der Schweiz im Zentrum. Dazu besuchte die politbox-Crew Freiburg/Fribourg und diskutierte mit Jugendlichen vor Ort ihr Verhältnis zu den Sprachen in der Schweiz.

Politische Diskussion auf Kantonsebene

Bereits seit längerem sind in verschiedenen Schweizer Kantonen politische Diskussionen über den Unterricht von Fremdsprachen in den Schulen entbrannt. Sollten Schülerinnen und Schüler zuerst eine Landessprache oder Englisch lernen? Zuletzt wurde Anfang März im Kanton Nidwalden über den Unterricht von Fremdsprachen in Schulen abgestimmt.

Mit 61,7 Prozent lehnten die Nidwaldner dabei eine Initiative der SVP ab, die verlangt hatte, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden solle. Bei einer Annahme wäre der Französischunterricht ganz auf die Oberstufe verschoben worden. Im Kanton Nidwalden wird nach Englisch ab der dritten Klasse Französisch ab der fünften Klasse unterrichtet.

Nationaler Vergleich dank politbox-App

Doch wie sehen dies andere Regionen der Schweiz? Die Umfragen der politbox-App ermöglichen erstmals eine schweizweite Analyse dieses Themas. Zwei Fragen wurden den politbox-Nutzerinnen und Nutzer dazu gestellt. Bei beiden stellt sich heraus, dass den Schweizerinnen und Schweizern die Landessprachen wichtig sind.

Über sämtliche Sprachregionen hinweg sind sich die politbox-User einig: Jugendliche sollten in der Schule vor Englisch zuerst eine Landessprache lernen. Am deutlichsten ist dabei die Zusage der italienischsprachigen Schweiz. 90% der politbox-User sind dort der Ansicht, dass in den Schulen als erste Fremdsprache eine Landessprache gelernt werden sollte.

Ähnlich präsentiert sich die Auswertung derselben Frage nach unterschiedlichen Altersklassen. Hier ist allerdings vor allem feststellbar, dass die jüngste Alterklasse (16-25-jährig) Englisch als erste Fremdsprache in der Schule am wenigsten abgeneigt wäre.

Nebst dem Erlernen der ersten Fremdsprache in der Schule wollte politbox von seinen Nutzerinnen und Nutzern auch wissen, was sie von einem Austausch in einer anderen Sprachregion halten. Konkret wurde gefragt, ob im Schulunterricht Aufenthalte in anderen Sprachregionen obligatorisch eingeführt werden sollen.

Obligatorische Aufenthalte in anderen Sprachregionen?

Auch hier zeigt sich ein ähnliches Bild: 59 Prozent der politbox-Nutzer sind der Meinung, dass solche Aufenthalte obligatorisch eingeführt werden sollten. Nur 30 Prozent der Befragten sind dagegen.

Über die politbox-Abstimmung

Im politbox-Quiz können Nutzer nicht nur ihr Wissen testen, sondern auch zu spezifischen Themen ihre Meinung kundgeben. Diese Umfragen werden nicht auf den einzelnen Quiz-User ausgewertet, sondern nur in ihrer Gesamtheit analysiert. Weiter geben sie kein repräsentatives Bild der Stimmung in der Schweiz ab. Durch die hohe Anzahl von Teilnahmen, die Vielfalt im Alter und der Herkunft der User ergeben die Umfragen allerdings ein durchaus ein analysierbares Stimmungsbild der Schweiz. Mehr als 6180 Personen aus der ganzen Schweiz haben die Frage zur ersten Fremdsprache in Schweizer Schulen beantwortet, an der Umfrage zu einem obligatorischen Sprachaustausch haben 4670 Personen teilgenommen. Die Umfragen wurden zwischen dem 6. und 13. Mai 2015 durchgeführt.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von O. Toneatti, Bern
    Wenn verschiedensprachige Schweizer Landsleute sich im Ausland treffen, wäre es sicher besser, wenn diese sich in Englisch unterhalten könnten, weil viele Menschen, auch nach mehrjährigem Französisch- oder Deutschunterricht, sich nicht verständigen können. Aber unser nicht mehr zeitgemässer Viersprachenwahn wird noch lange in vielen Köpfen herumgeistern. Leider. Es sollte aber nicht verboten werden, als Freifach, andere Fremdsprachen in der Schule zu erlernen.
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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Egal was in der Schule gelernt wird, das Englisch oder die Amerikanisierung seit den 80er schreitet weiter voran! Es nervt mich jetzt langsam überall SALE usw. angeschrieben wird! So wird Automatisch die Landessprache verschwinden, Schritt für Schritt!
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  • Kommentar von Thom Germann, Luzern
    Keine "Fremden Richter", keine "Fremden Sprachen". Alles unnötig. Die Sünneli-Partei macht`s vor, dort können viele nicht einmal Hochdeutsch.
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