Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Inhalt

Wahlen15 Wahlhilfe Haben Frauen keine Lust mehr auf Politik?

Der Nationalrat wird weiblicher. Das galt seit Einführung des Wahlrechts für Frauen 1971. Bei den letzten Nationalratswahlen stagnierte erstmals der Frauenanteil in der grossen Kammer.

Legende:
Frauenanteil im Nationalrat 1971-2011 jeweils nach den eidgenössischen Wahlen parlament.ch
Thilo Frey und Liselotte Spreng im Nationalrat 1971
Legende: Thilo Frey und Liselotte Spreng waren 1971 zwei der ersten Nationalrätinnen. Keystone

Erstmals ist bei den Nationalratswahlen 2011 der Frauenanteil in der grossen Kammer nicht gestiegen. Nach den Wahlen waren 57 Frauen vertreten – genau gleich viele wie nach den Wahlen 2007.

Eine Ursache für die Stagnation ist im Rückgang der Kandidaturen von Politikerinnen zu finden. 2007 waren 35,2 Prozent der Kandidierenden Frauen. Vier Jahre später sank der Anteil auf 32,7 Prozent.

Frauen rücken nach

Zurzeit ist der Frauenanteil im Nationalrat höher als bei den Wahlen 2011. Stand 8.Juni 2015: 62 Nationalrätinnen. Der Grund: Frauen sind bei Rücktritten aus dem Rat nachgerückt. Auch in der Legislatur 2003-2007 stieg die Zahl der Frauen zwischenzeitlich auf 60.

4 Frauen im Bundesrat

Nach der Wahl von Simonetta Sommaruga im September 2010 erhielt der Bundesrat erstmals eine Frauenmehrheit. Diese verlor er mit der Wahl Alain Bersets als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey auf den 1. Januar 2012 wieder. Neben Sommaruga und Calmy-Rey waren in dieser Zeit Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf im Bundesrat vertreten.

Der Berner Politologe Werner Seitz erklärte 2011 den stagnierenden Frauenanteil unter anderem mit den Sitzverlusten bei den Grünen. «Die grüne Lokomotive lahmt», sagte er. Bei den Grünen stellten nach den Nationalratswahlen 2011 die Frauen nicht mehr die Mehrheit. 6 Frauen und 8 Männer schickten sie in die grosse Kammer.

Bundesratsbesetzung «schuld» an stagnierendem Frauenanteil

Dass der Frauenanteil stagniere, habe auch damit zusammen gehangen, dass die Geschlechterfrage in der Öffentlichkeit im Vorfeld der Wahlen kaum ein Thema gewesen sei, erklärte Seitz. Angesichts der Frauenmehrheit im Bundesrat sei es schwierig gewesen, die Untervertretung der Frauen zu einem Thema zu machen.

Nach der Einführung des Frauenstimmrechts kandidierten von Wahl zu Wahl immer mehr Frauen für einen Nationalratssitz.

Der Anteil der Kandidatinnen lag 1971 bei 15,8 Prozent und stieg kontinuierlich auf über 35 Prozent im Jahr 2007. Mit einer Delle 1999, als der Frauenanteil im Vergleich zu 1995 um 0,3 Prozentpunkte sank.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marianne Binder-Keller , Baden
    Nach wie vor stimmen und wählen über 60% aller Schweizer Frauen immer noch wie vor 100 Jahren, nämlich gar nicht. Das können all die Frauen, die für die Einführung des Frauenstimmrechts gekämpft haben, nicht nachvollziehen. Politik, finde ich, ist unglaublich spannend und bereichernd. Suchen wir das Problem für einmal bei uns selbst und nirgendwo sonst. Wer nicht stimmt, über den wird bestimmt. So einfach ist das.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von U.E.Romer , Zuerich
    Ich kann gut verstehen, dass der Politalltag für viele Frauen abschreckend ist. Erstaunlich aber ist, dass in der Exekutive (Gemeinderätinnen, Regierungsrätinnen) erstaunlich viel Frauen erfolgreich am Werk sind. Also in Aemter, wo nicht das Palavern sondern das Umsetzen und Lösen von Aufgaben und Problemen im Vordergrund steht. Spricht nicht gerade für die "starken" Männer...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Brun , Bern
    Auch 43 Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts müssen sich Frauen in der Oeffentlichkeit Unglaubliches gefallen lassen. Sie werden lächerlich gemacht, ihre Kompetenz wird ständig angezweifelt und eine Bundesrätin durfte sich nach ihrer Wahl sogar als Verräterin beschimpfen lassen. Es genügt, Leserbriefe zu lesen, um sich ein Bild davon zu machen, was Frauen an blöden Männersprüchen immer noch einstecken müssen in unserer Gesellschaft.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen