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Wahlkampf Elisabeth Schneider-Schneiter – Die Erfolgreichste in Bundesbern

Zahltag unter der Bundeshauskuppel: Anhand von Smartvote-Daten ermittelt die «Tagesschau» die herausragendsten Politiker im Nationalrat. Die erfolgreichste Nationalrätin ist die Baselbieter CVP-Frau Elisabeth Schneider-Schneiter. Ihre Partei führt die Top 10 auch ausnahmslos an.

Legende: Video Die Erfolgreichste in Bundesbern abspielen. Laufzeit 2:46 Minuten.
Aus Tagesschau vom 24.07.2015.

Wer ist der erfolgreichste Parlamentarier im Bundeshaus? Es ist eine Frau und kommt aus dem Kanton Baselland: Elisabeth Schneider-Schneiter. Grundlage dafür sind tausende von Daten, welche Smartvote für die «Tagesschau» ausgewertet hat. Bei den vielen Entscheidungen, welche im Nationalrat gefällt wurden gehört die CVP-Politikerin zu denjenigen, die am meisten gewonnen haben. In 89,3 Prozent aller Abstimmungen im Parlament war Elisabeth Schneider-Schneiter im Lager der Sieger.

Damit hat sie am häufigsten mit der Mehrheit gestimmt. Mit diesem Resultat sei sie zufrieden, meint die Baselbieter Juristin aus Biel-Benken. «Das zeigt auch, dass Kompromisse eine Chance haben, durchzukommen im Parlament und nachher auch im Volk», erklärt Schneider-Schneiter.

Oberste Prämisse: Kompromissbereitschaft

Der Vorteil der Mitte-Politik sei, dass eben Sachpolitik betrieben werden könne, betont die Politikerin und sagt: «Links oder rechts spielt eigentlich keine Rolle.» Auf den Einwand, sie sei eine Opportunistin, meint Schneider-Schneiter: «Das wäre sehr anstrengend, zu schauen und sich zu überlegen, wo ich jetzt stimme und wie, damit man zu den Gewinnern gehört.» Sie sei eben eine Sachpolitikerin, welche manche Abstimmung gewinnt, weil sie Kompromisse unterstütze.

Kompromissbereitschaft ist auch Schneider-Schneiters Credo – in der eigenen Partei, aber auch über die Parteigrenzen hinweg. So positioniert sich die Juristin bei der Energiepolitik eher links und wenn es um die Wirtschaft geht, eher rechts. Berührungsängste hat sie auch nicht. Selbst bei den Waffenexporten stimmte die CVP-Politikerin für deren Lockerung – das christliche «C» im Parteinamen hin oder her.

Sie habe den Entscheid im Sinne einer sachlich gerechtfertigten Lösung getroffen. Doch sie traf diesen Entscheid als einzige CVP-Frau. Darauf Schneider-Schneiter: «Ja, es ist so, dass ich nicht immer auf der Parteilinie bin – meistens schon, aber eben nicht immer. Wenn ich sachlich wirklich nicht überzeugt bin von einer bestimmten Haltung, dann gestatte ich mir hier abzuweichen.» Darum sei sie in der CVP, weil die Partei den Mitgliedern diesen Spielraum lasse.

An ihrem Lieblingsort im Bundeshaus kommt selbst die Sachliche ins Schwärmen. Man habe einen wunderbaren Ausblick auf die Dächer der Altstadt. «Den Überblick zu haben ist auch sehr wichtig für meine politische Arbeit», sagt Schneider-Schneiter. Geprägt hat sie ihre Kindheit, wo sie viele Kompromisse habe schmieden müssen. «Ich musste hart arbeiten und ich bin es gewohnt, durch Arbeit auch Lösungen herbeizuführen.»

CVP bei Abstimmungen am erfolgreichsten

Als eine Politikerin der Superlative sieht sich die Baselbieterin nicht. So möchte sie auch in vier Jahren – sofern sie wiedergewählt werde – diese Kategorie nicht mehr anführen. «Ich denke mir, dass mit Durchschnitt sehr viel mehr zu erreichen ist, als mit Superlativen.»

In der Liste der Top 10 ist die Partei von Elisabeth Schneider-Schneiter ungeschlagen. Sämtliche Plätze gehen an die Christdemokraten. Und auch wenn man über die 10 Erfolgreichsten hinaus schaut: Erst auf dem 15. Platz folgt ein Nicht-CVP-Politiker – von der BDP. Bei den Aussenparteien platziert sich ein SVP-Politiker erst auf Rang 81, bei der SP auf Rang 90.

Top 10: Die erfolgreichsten Nationalräte 2011-2015

Platz
Name
ParteiKantonErfolgsrate (in Prozent)
1.Elisabeth Schneider-Schneiter
CVPBL89,3
2.Karl Vogler
CSPOW89,1
3.Guillaume Barazzone
CVP
GE88,9
4.Ida Glanzmann-Hunkeler
CVPLU87,8
5.Christophe Darbellay
CVPVS87,5
6.Urs Schläfli
CVPSO87,4
7.Ruth Humbel
CVPAG86,8
8.Jean-Paul Gschwind
CVPJU86,7
9.Yannick Buttet
CVP
VS86,7
10.Christine Bulliard-Marbach
CVPFR
86,7

Elisabeth Schneider-Schneiter

Elisabeth Schneider-Schneiter im Porträt.

Die Baselbieter Nationalrätin wurde 1964 geboren und ist als mittleres von fünf Kindern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Sie politisiert für die CVP seit 2010 in der grossen Kammer. Sie ist Juristin, verheiratet und hat zwei Kinder. In Bern macht sie sich unter anderem auch in der Aussenpolitik stark: Sie gehört der Delegation beim Europarat an.

«Abrechnung im Bundeshaus»

In der 7-teiligen Serie der «Tagesschau» werden Nationalräte porträtiert, die aufgrund einer Datenauswertung von Smartvote hervorstechen: Wer politisiert am erfolgreichsten? Wer ist am meisten abwesend? Die ganze Serie finden Sie hier.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    «Wenn ich sachlich wirklich nicht überzeugt bin von einer bestimmten Haltung, dann gestatte ich mir hier abzuweichen.» Halte diese Einstellung von ihr grundsätzlich für sehr gut, nur hat sie viele Interessenbindungen und das stellt sich die Frage ob es nicht Interessenskonflikte gibt mit christlichen Werten, der Aufgabe ihre Wähler zu vertreten und wie sehr sie Zeit hat die diversen Behauptungen im Parlament beim Volch vor Ort zu überprüfen? Ohne Ehrlichkeit gibt es keine gesunden Kompromisse.
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  • Kommentar von Edi Steinlin, Zürich
    Das ist doch sonnenklar, die CVP zieht einmal ein bisschen links mit, dann wieder rechts, je nachdem. Wählt man SP kennt man politische Linie dieser Partei, genau so bei der SVP und Teilen der FDP. Die CVP wird für ihre "Wischi Waschi" Politik im Oktober von den Stimmbürgern die Quittung bekommen.
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  • Kommentar von Armin Thürig, Udligenswil
    Die meisten Kommentare sind voller Missgunst. CVP Politik ist Sachpolitik und in vielen Fällen hilft das zu Mehrheiten, die für das Volk die beste Lösung bringt. Der Artikel der SRG stellt nur fest, welche Partei, bei den Abstimmungen, am meisten bei den Gewinnern ist und das hat nur mit Sachpolitik und gesundem Menschen-Verstand zu tun. Die meisten Menschen möchten zufrieden und glücklich sein und dem hat sich die Politik zu fügen und sich darnach zu richten. Ob Link, Rechts oder in der Mitte.
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