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Bundesratswahlen SVP auf Bundesratskandidaten-Suche: Kann es nur einen geben?

Seit Sonntag dreht das Kandidatenkarussell für den Bundesrat. Hinter den Kulissen sucht eine Findungskommission nach dem richtigen Mann fürs SVP-Ticket. SVP-Übervater Christoph Blocher und Shooting-Star Roger Köppel haben ihren Favoriten längst ausgemacht – Toni Brunner.

Legende: Video Blocher und Köppel positionieren Toni Brunner abspielen. Laufzeit 6:07 Minuten.
Aus 10vor10 vom 22.10.2015.

Politiker sind von Natur aus ehrgeizige Menschen - geht's aber ums höchste Exekutiv-Amt im Land, den Bundesrat, gibt man sich gern bedeckt. Nur wenige sagen spontan «Ja, ich will», und so hilft die Partei gerne nach. Die SVP zum Beispiel hat, in froher Erwartung ihres Wahlsiegs, schon vor Monaten eine Kommission ins Leben gerufen, die valable Bundesrats-Kandidaten finden soll.

Von Brand bis Tännler

Von Beochbachtern wird der Bündner Nationalrat Heinz Brand als Favorit gehandelt, auch der Schaffhauser Ständerat Hannes Germann ist im Gespräch.
Der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler hat sich bereits wieder zurückgezogen.

Köppel übergibt Brunner ein Weltwoche-Magazin.
Legende: Köppel macht Druck: Ob Brunner sich doch noch zum Bundesratskandidaten wandelt, steht in einem Monat fest. Keystone

Allerdings: SVP-Übervater Christoph Blocher und Shooting-Star Roger Köppel haben ihren Favoriten längst ausgemacht, und er heisst – Toni Brunner, Parteipräsident und Bauer aus Leidenschaft. «Ja, ich will» sagt der zwar auch nicht, noch nicht zumindest, aber die Kampagne für «Bundesrat Brunner» ist in vollem Gang.

Druck via Öffentlichkeit

Der Politologe Michael Hermann sagt, Blocher und vor allem Köppel versuchten via Medien die Kandidatenwahl der Partei mitzulenken. «Man muss sehen, die SVP ist sich nicht einig. Es geht nun darum, Macht auszuüben, und Köppel kann momentan am meisten Macht ausüben – über seine Öffentlichkeit, über sein Magazin. In der Fraktion selbst ist er ja noch nicht dabei. Und so versucht er über diese Wege Einfluss auf die Findungskommission zu nehmen», sagt Hermann.

Brunner wollte heute gegenüber 10vor10 nicht Stellung nehmen, schliesst im NZZ-Interview aber eine Kandidatur aus – so wie bereits am Montag bei 10vor10.

Allerdings: Eine Kandidatur abgelehnt hatte auch Ueli Maurer stets.

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68 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    Bei einer Wahlbeteiligung von 48,4% hat die "classe politique" rechnerisch gerade mal Anspruch auf insgesamt drei Bundesratssitze. Die SVP mit 29,4% Wähleranteil also auf einen knappen Bundesrat. Den hat sie schon! Zwei weitere Sitze gingen an die zweit- und drittstärkste Partei, also an die SP und ... die drittstärkste Partei weiss ich nicht einmal (FDP?). Die übrigen vier Sitze sind nicht nach Parteizugehörigkeit, sondern nach Fähigkeiten zu vergeben. Wer wählt schon CEO's nach Parteibüchlein!
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    1. Antwort von Niklaus Bächler (parteilos!!)
      Kompliment Max Blatter! Das ist ein grandioser Vorschlag, welcher eigentlich gerade so 1:1 umzusetzen wäre. Glückwunsch!!! Dann hätten wir in der Regierung Parteien & ein oder zwei Parteisoldaten vertreten und andererseits fähige Manager, welche das Land nach objektiven Gesichtspunkten führen würden! Super Idee! Hierzu müsste man sogleich eine Initiative starten. Ich denke, die hätte reelle Chancen!
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    2. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      Ich gebe hier N. Bächler durchaus recht. Ganz egal wie wirr der Beitrag auch sein mag. Das wäre keine gute Idee. Zumal die SP mit recht sagen würden, dass es im Bundesrat schon mindestens 2 Parteisoldaten hätte. Die SP scheut sich nämlich im Gegensatz zu anderen Parteien nicht sich selber zu kritisieren, gell N. Bächler. Wir müssen zuerst mal wieder eine starke Linke im Parlament haben. Da stellt sich für mich die Frage warum finden Parteilose die Linken so schlimm, weil nicht wählbar? Schade!
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (parteilos!!)
    Wird Brunner Bundesrat, ist bei Giacobbo-Müller und seiner Politik-Satire-Sendung für die nächsten 4 Jahre ausgesorgt! Toni Brunner würde zum Dauerbrenner werden! Eigenverschulden würde man dies dann nennen!
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    1. Antwort von Cédric Schmid (Grüne Partei)
      Oh Wo ist denn der Respekt, welche N. Bächler zb. bei Frau Widmer-Schlumpf oder Frau Sommaruga verlangen hier geblieben? Wenn, dann würde er vom Parlament ja demokratisch gewählt. Aber angeblich will Herr Brunner ja nicht. Aber was uns viel mehr Sorgen machen sollte, warum diese SVP so zulegen konnte. Warum haben so wenige unsere Linken gewählt. Warum finden etwa Parteilose die Linken so schlimm, dass sie diese nicht wählen können? Ich bin mir sicher eine starke Linke wäre besser für unser Land
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    2. Antwort von Beat Reuteler (br)
      Hr. Schmid, ich weiss es auch nicht, aber es gibt immer noch die Möglichkeit dass es viele, auch nicht-SVP Wähler wie mich gibt, die nie einer linken Partei die Stimme geben, weil man denen nicht zutraut die Finanzen im Griff zu haben. Ob zu Recht oder zu Unrecht sei dabei dahingestellt. Das gibt es v.a. im Mittelstand. Wenn dann eine Person wie EWS da ist die das im Griff hat, möchte man das logischerweise so lange wie möglich behalten.
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  • Kommentar von Astrid Rafeek Hollenstein (sol)
    Falls Herr Toni Brunner nicht absolut fliessend englisch und gut französisch spricht, dann muss er dringendst bei seinem NEIN bleiben. Er wäre nicht der erste Bundesrat, der auf dem internationalen Parkett seine Fachkompetenz selbst schwächen würde, dieses Mankos wegen. - Ich hoffe er wird kein Futter der Schadenfreude anderer Parteien. Beispiel BR Ueli Maurer. Wir, das reichste Land der Welt, mit täglichem Aufruf an die Bürger zum sparen, leisten uns solchen Spielluxus in der Politik?
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