288 Kandidierende für 16 Aargauer Nationalratssitze

Für die 16 Aargauer Sitze im Nationalrat treten bei den Wahlen im Oktober 105 Frauen und 183 Männer an. Die 15 Parteien und Gruppierungen reichten insgesamt 23 Listen ein. Der Frauenanteil liegt mit 36,4 Prozent um 2,5 Punkte höher als 2011.

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Aargau: Die Ausgangslage in 144 Sekunden

2:24 min, vom 6.9.2015

Insgesamt treten 15 Parteien am 18. Oktober zur Nationalratswahl an. 11 davon sind alte Hasen wie FDP, SVP, SP oder CVP. Erstmals mit einer eigenen Liste dabei sind vier Aaraguer Parteien und Gruppierungen, wie die Aargauer Staatskanzlei am Montag nach Ablauf der Anmeldefrist mitteilte.

Nichtwähler statt Schweizer Demokraten

Blick in den Nationalratssaal Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Statt 15 kann der Aargau neu 16 Vertreter in den Nationalrat schicken. Von den 15 bisherigen treten nur 2 nicht mehr an. Bund

Mit fünf Männern und einer Frau tritt die Vereinigung Ecopop an. Auf dem ersten Listenplatz kandidiert Ecopop-Geschäftsführer Andreas Thommen. Er gab am Montag bekannt, nach 15 Jahren aus der Partei Grüne Aargau auszutreten. Damit erspart er der Kantonalpartei einen Hauskrach.

Die Listen von neuen Gruppierungen heissen «Integrale Politik Aargau», «www.Nichtwähler.ch», «LOVB-Lösungs-Orientierte Volks-Bewegung» und «Ecopop». Sie zählen gerade ein bis vier Kandidierende. Mit Ausnahme der Schweizer Demokraten steigen im Aargau alle Parteien von 2011 erneut ins Rennen.

Alters-Superlative bei der SVP

Sieben Parteien teilen sich die derzeit 15 Sitze im Nationalrat: SVP (6 Sitze), SP (3), FDP (2), CVP (1), Grüne (1), BDP (1) und GLP (1). Die weiteren Parteien sind EVP, EDU, Piratenpartei und die Sozial-Liberale Bewegung. Insgesamt treten acht Kandidierende mehr an als vor vier Jahren.

Der älteste Kandidat ist Nationalrat Maximilian Reimann (SVP) mit 73 Jahren. Der jüngste Kandidat ist Jesse Vogt von der Jungen SVP. Er erreicht sein 18. Altersjahr erst kurz vor dem Wahlsonntag. Acht Parteien reichten auch Listen ihrer Jungparteien ein.

Dem Kanton Aargau fällt wegen seines Bevölkerungswachstums ein zusätzlicher 16. Nationalratssitz zu. Bis auf Hans Killer (SVP) und Geri Müller (Grüne) treten alle bisherigen Nationalrätinnen und Nationalräte zur Wiederwahl an.

Schulterschluss von SVP, FDP und CVP

Die drei bürgerlichen Parteien SVP, FDP und CVP gehen - anders als vor vier Jahren - eine Listenverbindung ein. Sie wollen den zusätzlichen 16. Sitz in ihr Lager holen.

Auch die Kleinparteien BDP, GLP und EVP setzen auf eine Listenverbindung. SP und Grüne spannen ebenfalls zusammen. Alle Parteien haben bis zum 10. August Zeit, der Staatskanzlei ihrer Listen- und Unterlistenverbindungen anzumelden. Im Kanton Solothurn ist an diesem Montag dann Abgabetermin für sämtliche Listen und Listenverbindungen.

ag Parteienstärke Nationalratswahlen Aargau Angezeigt werden Parteien, die auch heute noch zur Wahl stehen. BDP und GLP traten 2011 erstmals bei den nationalen Wahlen an. Unter «Übrige» sind unter anderem die Freiheitspartei (Wähleranteil 1991: 13,2 Prozent) oder der LdU (Wähleranteil 1987: 4,7 Prozent) aufgeführt.
Bundesamt für Statistik