Roberto Zanetti: «Ich sehe mich als Wirtschaftsvertreter»

Seit fünf Jahren vertritt Roberto Zanetti nun den Kanton Solothurn im Ständerat. Der SP-Politiker sieht sich vor allem als Wirtschaftsvertreter der Arbeiter. Dies kommt nicht von ungefähr. Zanetti ist in der Industriegemeinde Gerlafingen gross geworden. Er will auf der Wirtschaftsschiene bleiben.

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Zur Person

  • Jahrgang 1954, ledig
  • Wohnort: Gerlafingen
  • Beruf: Politiker (zuvor Geschäftsleiter der Beratungsstelle Perspektive Region Solothurn)

Für was steht Roberto Zanetti? Darauf hat der Gerlafinger eine klare Antwort. Oder besser gesagt zwei Stichworte: sozial und fröhlich. Eine soziale Schweiz heisse für ihn, alle die arbeiten wollen und dazu fähig sind, sollen genug Geld verdienen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Genau deshalb wird der Gerlafinger auch gerne als Wirtschaftsvertreter der Arbeiter gesehen. Er setzt sich für den Industrieplatz Schweiz ein, insbesondere dafür, dass Stellen geschaffen werden und erhalten bleiben. Kein klassisches SP-Thema, darin liegt jedoch ein typischer Ansatz:

«  Es sollen alle von einer florierenden Wirtschaft profitieren, nicht nur Manager und Aktionäre.  »

Roberto Zanetti

Der Solothurner bezeichnet sich im Live-Gespräch auf Radio SRF 1 genau deshalb auch als linken Vollblutpolitiker. Trotzdem ist er sich nicht zu schade, sich auch für Herzensthemen einzusetzen, die man nicht direkt einem SP-Politiker zuschreiben würde.

So kämpfte er in der letzten Legislatur zum Beispiel dafür, dass den Bauern das Geld für Viehschauen nicht gekürzt wird. Per Zufall habe er dies an der kantonalen Delegiertenversammlung des Bauernverbands erfahren und als nicht gerecht empfunden. Eine Viehschau sei etwas Schönes. Er gehe ab und zu hin.

«  Ich habe eine Affinität für die Landwirtschaft.  »

Auch andere Landwirtschaftsthemen standen auf seiner Liste. So setzte er sich zum Beispiel dafür ein, die Subventionen für reiche Bauern zu begrenzen. Seine Idee dahinter: Agrikulturgiganten verhindern. Kaum Thema bei Roberto Zanetti ist das Asylwesen. Er begründet dies damit, dass andere Politiker ein fundierteres Wissen darüber hätten.

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Zur Politik

  • 1990 - 2000: Gemeindepräsident von Gerlafingen
  • 1993 - 1999: Solothurner Kantonsrat
  • 1999 - 2003: Nationalrat
  • 2003 - 2005: Solothurner Regierungsrat
  • 2009: Solothurner Kantonsrat
  • seit 2010: Ständerat

Anhand der vier Kommissionen, in denen er sei, kümmere er sich um andere Themen. Es sei aber nicht so, dass er dazu keine klare Meinung habe. Die Schweiz müsse Hilfe bieten und bis anhin habe sie dies gemacht. Vor allem mit der Handhabung der Verteilung der Asylsuchenden könne die Schweiz sogar Vorbild sein. Klar ist für Zanetti aber, dass in Europa besser zusammengearbeitet werden muss.

Einsatz für Schweizer Industrie soll bleiben

In einer nächsten Legislatur möchte sich Roberto Zanetti vor allem für zwei Themen einsetzen: Erstens will er sich weiterhin für den Industrieplatz Schweiz stark machen. Und zweitens will er sich für die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Schweiz und Europa einsetzen. Von den beiden bisherigen Solothurner Ständeräten sitzt Zanetti länger in der kleinen Kammer, nämlich seit fünf Jahren. Er dürfte wohl im Oktober wiedergewählt werden.

Beibehalten will er nebst den politischen Themen übrigens auch seine fröhliche Art. Diese sei insbesondere in der Politik wichtig, denn sie sei ernst. Genau deshalb dürfe aber Humor nicht fehlen. Er geniesse es, ab und an etwas zu schmunzeln, über sich und über andere Politiker.