Walter Wobmann: «Ich würde mich im Ständerat nicht ändern»

Der Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann nimmt zum zweiten Mal einen Anlauf einen Sitz im Ständerat zu erobern. Einfach ist dies nicht, tritt er doch gegen zwei etablierte Bisherig an. Trotzdem ist Wobmann von seinen Chancen überzeugt – und auch von seinen Qualitäten.

Walter Wobmann gilt in- und ausserhalb der SVP als Hardliner. Er vertritt die Parteithemen mit Vehemenz und scheut auch nicht dafür zurück «den Leuten auf die Füsse zu treten», wie er selber im Gespräch mit Radio SRF sagt.

Genau das zeichne ihn auch aus, sei seine grosse Qualität, gibt sich Wobmann überzeugt:

«  Wir könnten auch im Ständerat mehr echte Volksvertreter brauchen »

Walter Wobmann

An solchen Aussagen zeigt sich, wie Wobmann über den grossen Rest der nationalen Politikerinnen und Politiker denkt, was er auch unumwunden bestätigt: Ja die meisten Nationalrätinnen und Ständeräte seien «obrigkeitsgläubig» und würden viel zu fest nach der Pfeife von Bundesrat und Verwaltung tanzen, findet der SVP-Vertreter.

«  Egal ob National- oder Ständerat, ich würde mich sicher nicht ändern. »
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Zur Politik

  • 1997-2001: Gemeinderat in Gretzenbach
  • 2001-2003: Solothurner Kantonsrat
  • Seit 2003 im Nationalrat
  • Kommissionen: Verkehr und Fernmeldewesen (KVF); Umwelt, Raumplanung und Energie (Urek)

Entsprechend kernig fallen häufig auch seine Voten im Nationalrat und in der Presse aus. Wobmann sagt ohne Rücksicht auf Verluste seine Meinung. Und das würde er auch im Ständerat so machen, auch wenn in der kleinen Kammer normalerweise eine andere Gesprächskultur vorherrscht.

Grosse Kämpfe – kleine Themen?

Walter Wobmann kann auf nationaler Ebene zwei grosse Erfolge vorweisen. Er hat zwei kontroverse Volksabstimmungen gewinnen können. Zum einen gilt der SVP-Hardliner als Urheber der Anti-Minarett-Initiative, welche vom Stimmvolk angenommen wurde und den Bau neuer Minarette verbietet. Zum anderen hat Töff-Fan Wobmann auch eine Erhöhung des Preises für die Autobahnvignette erfolgreich per Referendum bekämpft.

Kritiker werfen ihm ob solchem Engagement häufig vor, er schiesse sich auf kleine Themen ein und führe dazu grosse, hochstilisierte Kämpfe. Wobmann entgegnet auf solche Vorwürfe, das seien Aussagen von Neidern, und fügt überzeugt hinzu:

«  Manchmal bin ich der Zeit halt voraus und erkenne Probleme vor den anderen. »
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Zur Person

  • Jahrgang 1957, verheiratet, drei Kinder
  • Geboren in Schüpfheim (LU), heute wohnhaft in Gretzenbach
  • Gelernter Automechaniker
  • Arbeitet heute als technischer Kaufmann in der Werkzeugbranche
  • Leidenschaftlicher Töff-Fahrer

Er habe beispielsweise schon vor Jahren das Problem der Islamisierung gesehen und habe deshalb begonnen, sich dagegen zu wehren.

Die bekannten Themen anpacken

Befragt nach den aktuell wichtigsten Themen der Schweizer Politik bzw. den grössten Problemen kommt Walter Wobmann gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn auf die national bekannten SVP-Themen zu sprechen. Es fallen dann hauptsächlich Schlagworte wie «Asylchaos», «Masseneinwanderung» oder «fremde EU-Richter».

Dies seien die Themen, die er anpacken würde. Und er tue das, betont Wobmann:

«  Ich habe bewiesen, dass ich die harten Brocken anpacken kann. »

Die harten Brocken sieht der SVP-Hardliner in allen Fragen rund um die Migrationspolitik, im Verhältnis der Schweiz zur EU und bei Themen, die das Gewerbe betreffen. In diesen Punkten sei er auch bekannt für klare Positionen.