Walliser Wahlkampf ohne Sommerpause

Der Sommer der Jubiläen hat auch in der Walliser Politik seine Spuren hinterlassen: Viele Kandidaten nützten die Feierlichkeiten für ihren Wahlkampf. Das merkten auch die Wahlbeobachter.

Für die Walliser Wahlkampf-Beobachter - eine Maturaklasse des Briger Kollegiums «Spiritus Sanctus» in Brig - ist klar: Es gab fast keinen Anlass im Sommer ohne Möchtegern-National- und Ständeräte.

Wenn plötzlich jeder Fussballfan ist

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Die Wahlbeobachter

Die Wahlen 2015 durch die Brille junger Erwachsener: Auszubildende und Maturanden verfolgen den Wahlkampf, fühlen den Kandidaten auf den Zahn und berichten von ihren Erlebnissen. Die Serie entsteht in Zusammenarbeit mit den Berufsschulen Bern und Freiburg und mit dem Kollegium Brig.

Weitere Berichte finden Sie unter srf.ch/wahlen bei Ihrem Kanton.

Das zeigte sich bereits im Juni, als der FC Sion zum 13. Mal den Schweizer Cup gewonnen hatte. «Plötzlich gratulierten auf Facebook alle Politiker zum Cupsieg. Auch solche, die sich noch nie für den Fussballclub interessiert hatten», sagt Maturand Cy-Robert Schmidt. Überhaupt ist den Schülern aufgefallen, wie sich die Politikerinnen und Politiker in den sozialen Medien inszenierten.

Das gelte nicht nur aber besonders für die Kandidaten der SVP. «Einer liess sich an jedem Fest mit Staatsrat Freysinger fotografieren» - für den 19-jährigen Matthias Venetz war das des Guten zu viel. Tatsächlich nutzten fast alle die zahlreichen Festivitäten für ihren Dauer-Wahlkampf: Vom Cupfinal, über das Schützenfest und das Kantonsjubilöum bis hin zum Open Air Gampel.

Plakate kommen weniger an bei den Jungen

Weniger aufgefallen ist den jungen Frauen und Männern der Wahlkampf auf den Plakatwänden. Obwohl einige Kandidaten offensichtlich bereits viel Geld für mehr oder weniger kreative Präsenz am Strassenrand ausgegeben haben. Für Lacher sorgen daür die Autos mit den Köpfen der Kandidaten drauf.