Barbara Schmid-Federer (CVP): Sozialliberale Quereinsteigerin

Barbara Schmid-Federer hat eine politische Blitzkarriere hinter sich. 2007 wurde sie überraschend als Quereinsteigerin in den Nationalrat gewählt. Sie engagiert sich für Frauen- und Familienthemen und ist seit 2011 Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes des Kantons Zürich.

  • Beruf: Mittelschullehrerin und Geschäftsführerin
  • Politisch tätig seit: 2007
  • Politisches Amt: Nationalrätin
  • Zivilstand: verheiratet, Mutter zweier Söhne
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Bildlegende: Hätte gerne Henry Dunant getroffen: Barbara Schmid-Federer. Mehr im Fragebogen. SRF

Sie kam, kämpfte und siegte – so könnte man den politischen Senkrechtstart der 49-jährigen Barbara Schmid-Federer umschreiben. Als Bezirkspräsidentin einer kleinen Partei wurde sie vor acht Jahren auf Anhieb in den Nationalrat gewählt.

Mit ihrem Wahlkampf-Thema kam sie bei den Wählerinnen und Wählern an: Der Schutz der Kinder vor den Gefahren im Internet. Auch als Nationalrätin griff Barbara Schmid-Federer das Thema wieder auf. Sie verlangte in einem Vorstoss Massnahmen gegen Cybermobbing. Dieser wurde zwar in der Herbstsession 2015 abgelehnt, aber das Thema wurde breit diskutiert.

Familien-, Frauen- und Flüchtlingspolitik

Im Dossier Familienpolitik setzte sich Barbara Schmid-Federer für eine steuerliche Entlastung von Familien und Kindern ein. Ein grosses Anliegen ist ihr auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Als Mutter zweier Söhne war sie immer berufstätig: Sie arbeitete als Gymnasiallehrerin und übernahm später eine leitende Stelle in der Personalabteilung an der ETH Zürich. Seit 2002 arbeitet sie in der Geschäftsführung der familieneigenen Apotheke.

Als Präsidentin der Zürcher Sektion des Schweizerischen Roten Kreuzes engagiert sich Barbara Schmid-Federer auch in der Flüchtlingspolitik. Sie ist überzeugt, dass eritreische Flüchtlinge in der Schweiz aufgenommen werden müssen.

Politik im Blut

Die Politik und das katholische Milieu wurden Barbara Schmid-Federer sozusagen in die Wiege gelegt. Ihr Ururgrossvater war Bundesrat und vertrat die Katholisch-Konservativen, ihr Bruder ist Abt des Klosters Einsiedeln und ihr Mann, Lorenz Schmid, politisiert auch für die CVP im Zürcher Kantonsrat.

Das C im Parteinamen CVP versteht Barbara Schmid-Federer jedoch nicht als katholisch, sondern als christlich im sozialen Sinn. Dass sie mit ihrem sozialen Engagement in der Partei auch aneckt, gehört für sie zum normalen Spannungsfeld innerhalb der Politik. Barbara Schmid-Federer kann mit ihrem Profil auch linke Wählerinnen und Wähler ansprechen. Trotzdem ist ihre Chance klein, einen Sitz im Ständerat zu erobern.

(seib; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 12:03 Uhr)