Zürcher Ständeratswahl: Kampf um die Mitte

Von den sieben Zürcher Ständeratskandidierenden haben nur vier reelle Chancen auf einen der zwei frei werdenden Sitze. Und von diesen vier schafft es im allerbesten Fall einer auf Anhieb. Der erste Wahlgang wird wohl eher zur Aufwärmrunde.

Zürichs wählerstärkste Parteien sind heute SP und SVP. Dennoch sitzen zurzeit ein Freisinniger und eine Grünliberale für den Kanton Zürich im Stöckli. Besonders für die GLP ist die Ausgangslage für die nächsten Wahlen also schwierig. Sie schickt deshalb ihren profiliertesten Politiker, Parteipräsident Martin Bäumle, ins Rennen.

Die FDP setzt auf ihren langjährigen Nationalrat Ruedi Noser. Er wird auch von Kreisen toleriert, die links oder rechts des Freisinns wählen. Noser hat deshalb wohl als einziger eine gewisse Chance, den Sprung ins Stöckli schon im ersten Wahlgang zu schaffen.

Hansueli Vogt, der Kandidat der SVP, lehnt sich gerne an Noser an. Er vermeidet die volksparteitypischen Schlagworte und buhlt mit wirtschaftsnahen Themen um die Gunst urbaner und auch liberaler Wähler. Vogts Problem: Man kennt ihn nicht. Er gilt deshalb als Verlegenheitskandidat.

SP setzt auf Mitte-Rechts-Wähler

Das kann man vom Kandidaten der SP nicht behaupten: Daniel Jositsch hat sich als Jurist und Nationalrat stark profiliert und ist mit seiner eher rechtslastigen Politik gerade auch bei Nicht-SPlern durchaus populär. Mit Hilfe von Stimmen aus dem Mitte-Rechts-Lager hoffen die Sozialdemokraten also, nach über 30 Jahren wieder einmal einen Sitz im Ständerat zu ergattern.

Weder Bäumle noch Vogt noch Jositsch wird der Sprung wohl auf Anhieb gelingen. Der erste Wahlgang der diesjährigen Ständeratswahl wird eher zur Aufwärmrunde.

Podiumsdiskussion

Im gemeinsamen Livepodium des «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» und der «NZZ» kreuzten die sieben Kandidatinnen und Kandidaten am 16. September die Klingen. Wie sie zu EU, Flüchtlingen, Finanzen und den Sorgen des Kantons Zürich stehen, sehen Sie hier im Video: