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Wahlen15 Wahlhilfe Regula Rytz – jenseits von politischen Modethemen

Die Grünen haben es schwer. Der starke Franken und die Folgen für die Wirtschaft verdrängen ihre Themen. Die Umfragewerte sind schlecht. Doch Co-Präsidentin Regula Rytz ist unbeirrt: «Wir stehen zu grünen Themen, auch wenn sie nicht ‹in› sind.» Sarah Nowotny hat sich mit Regula Rytz unterhalten.

Der Schmuck passt zum Pullover, passt zum Jackett, passt zu den Schuhen. Ihr Lächeln ist einnehmend. Regula Rytz weiss um ihre Wirkung – und wird nicht besonders gerne darauf angesprochen. Äusserlichkeiten, Materialismus, das mag sie nicht.

Manche werfen ihr ihre glatte Art, ihren Hang zum Dozieren vor. Aber Regula Rytz lässt sich nicht beirren. Muss sie auch nicht, sie hat es weit gebracht: sie war Zentralsekretärin des Gewerkschaftsbundes, Präsidentin des Grünen Bündnisses Bern, Tiefbaudirektorin der Stadt Bern, ist Nationalrätin und Co-Parteipräsidentin der Grünen Partei.

Schlechte Umfragewerte

Ist Regula Rytz mit sich und der Welt zufrieden? Sie sagt: «Ich bin nie zufrieden mit dem, was ich erreicht habe. Ich mache mir Sorgen um die Entwicklung der Gesellschaft.»

Anlass zur Sorge gibt ihr auch die Entwicklung in ihrer Partei. Bei allen kantonalen Wahlen der letzten Zeit haben die Grünen Ohrfeigen kassiert. Und dann ist da der Streit über den richtigen Kurs: Bleibt die Partei links oder steuert sie auf die politische Mitte, auf die Grünliberalen zu? Eine offene Frage.

Schliesslich die Umfragen: Bei den nationalen Wahlen im Herbst dürften die Grünen beim Wähleranteil einen Prozentpunkt verlieren – übrig bleiben würde dann ein Wähleranteil von nur noch sieben Prozent.

«Ein Bundesrat ohne SVP»

Ein Problem der Grünen ist, dass ihnen ihr Parade-Thema, der Atomausstieg, abhanden gekommen ist. Der Frankenschock hat das Thema Umweltschutz verdrängt. Doch Regula Rytz sagt: «Wir stehen zu grünen Themen, auch wenn sie nicht ‹in› sind.»

Sie ist überzeugt von ihrem Weg. So sehr, dass sie Mühe hat mit Parteien, die am anderen Ende des politischen Spektrums zu Hause sind. Besonders die SVP ist für sie ein rotes Tuch. Im Januar tönte das in einer Rede zum Thema Bundesratswahlen 2015 so: «(…) dann braucht es im Bundesrat keine arithmetische, sondern eine inhaltliche Konkordanz – und das heisst: ein Bundesrat ohne SVP.»

Und falls die Grünen einmal einen Sitz im Bundesrat hätten, würde dann Regula Rytz dort Platz nehmen wollen? Nein, sagt sie. Sie sei zufrieden mit ihrem Amt. Was danach komme, stehe in den Sternen.

Kurzporträt

Regula Rytz (*1962), Historikerin, ursprünglich Lehrerin. 2001 bis 2005 Präsidentin Grünes Bündnis Kanton Bern. 2001 bis 2004 Zentralsekretärin des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes. 2005 bis 2012 Gemeinderätin (Exekutive) der Stadt Bern. Oktober 2011 Wahl in den Nationalrat. Seit 2012 Co-Präsidentin der Grünen Schweiz. Hobbys: Literatur, Musik, Kino, Wandern, Joggen.

Blick auf die Grünen

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15 Kommentare

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  • Kommentar von L.Leuenberger, Zürich
    Die Grüne Partei sollte sich endlich mit grüner Politik beschäftigen und nicht mit Wirtschafts- und Sozialpolitik, bei der sie sowieso als EU Handlanger agiert. Nach dem ECOPOP Versenken ist sie für mein Umfeld nicht mehr glaubwürdig und wählbar.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Nach dem sich die POCH (Progressive Organisation Schweiz) aufgelöst hat, gingen die Mitglieder zu der Grünen Partei. Bei den Grünen verfolgen sie die selben Ziele wie damals bei der POCH: Kommunismus den sie jetzt Anti-Kapitalismus nennen. Die Grünen wollen einen übermächtigen Staat schaffen, der die Privatwirtschaft zerstört. Und all das geschieht im Namen der Umwelt und des Naturschutzes.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Es ist ja richtig und erstrebenswert, wenn in einer direkten Demokratie ganz verschiedene Parteien bei Wahlen mitmischen. Die härteste "Arbeit" müssen aber wir Wähler an der Wahlurne erledigen: Zu viele elendliche Falschtöne aus ideologischen Politharfen versuchen uns von den eigentlichen Hauptproblemen abzulenken oder utopische Ideologien als das "einzig Richtige" zu verkaufen! Beispiel bei den "Grünen": Für eine grüne Umwelt sein und gleichzeitig die Bevölkerungs-Politik völlig ausklammern!
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    1. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      Der Appell mit unseren begrenzten Ressourcen sparsamer um zugehen, sich für Umweltschutz usw. einsetzen zu wollen, passt aber wie die Faust aufs Auge betreffend einer 10 & mehr Mio. Schweiz. Immer mehr Menschen im Land bedeuten mehr Verbrauch unserer Ressourcen, mehr Infrastruktur, damit immer mehr Zu-Betonierung unserer Natur. Frau Rytz wäre also besser bei der SP aufgehoben. Und weshalb wird immer ihr als Co-Präsidentin eine Plattform für ihre Ideologien angeboten? Was macht der Präsident?
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