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Wahlkampf «Der Atomausstieg war kein Bauchentscheid»

Doris Leuthard beschloss vor vier Jahren den Ausstieg aus der Atomenergie. Im «Tagesgespräch» erklärt sie, warum sie heute überzeugter denn je von ihrer Entscheidung ist und weshalb für sie auch verbesserte Atomkrafttechnologien nicht in Frage kommen.

Legende: Video «Tagesgespräch» mit Bundesrätin Doris Leuthard abspielen. Laufzeit 28:00 Minuten.
Vom 28.08.2015.

Drei Tage nach Fukushima verkündete Doris Leuthard, dass die Baugesuche für neue AKW sistiert worden seien. Im Tagesgespräch zeigt sich die Bundesrätin überzeugter denn je von dieser Entscheidung: «Wir wussten schon damals und sehen heute, dass erneuerbare Energien auf lange Sicht billiger sind als Atomkraft.»

Die Bundesrätin lässt daher den Vorwurf eines «Bauchentscheids» nicht auf sich sitzen: «Wenn eine Frau etwas beschliesst, heisst es schnell einmal Bauchentscheid. Wir Bundesrätinnen haben aber schon längst bewiesen, dass wir mit Verstand und Sachkenntnis entscheiden.»

Atomkraft rentiert nicht mehr

SVP und FDP argumentieren, dass der Ausstieg aus der Atomkraft volkswirtschaftlich nicht rentabel sei. Doris Leuthard sieht das anders. Neue Atomkraftwerke hätten eine drei Mal längere Bauzeit und viel höhere Kosten. «Nicht einmal die AKW-Betreiber behaupten heute noch, dass sich Atomkraftwerke rentieren. Die SVP macht sich Illusionen, wenn sie das glaubt.»

Beim Ausstieg stehen für Leuthard aber nicht die Kosten, sondern die Sicherheit im Mittelpunkt. Die Werke würden deshalb laufend überprüft und alle zehn Jahre einer grossen Untersuchung unterzogen. «Beznau, das älteste AKW der Welt, ist eigentlich ein komplett neues Werk, weil laufend Teile davon ersetzt werden.»

Neue Atomtechnologien vorerst chancenlos

Auch die Aussicht auf verbesserte Technologien bringt die Energieministerin nicht von ihrem Vorhaben ab: «Wir haben im Gesetz ein Verbot für neue Rahmenbewilligungen. Es ist auch keine Lösung in Sicht, die weniger Risiko, Kosten und Abfälle verspricht. Unser Weg führt von der Kernenergie weg und nicht nochmals zu ihr hin.»

8 Kommentare

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  • Kommentar von Edi Steinlin (Steinlin)
    Doris Leuthard musste zwar damals nach Fukushima mit sanfter Gewalt von ihrer Partei auf den Atomausstieg gebracht werden, aber als echte CVP'lerin ging's dann doch relativ leicht. Es geht einem eben nach, wenn man seiner Lebtag "Wischi Waschi" und "Windfahnenpolitik" gemacht hat. Dies alles immer in der Hoffnung ein paar Stimmen zu gewinnen und trotzdem geht's nach jeder Wahl weiter abwärts.
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  • Kommentar von Thomas Zangerl (TZ)
    Energie im Gesamten und dann noch Atomkraft sind Sachfragen fuer Spezialisten und sollten von denen vorab behandelt werden und dann sollte eben ein Protokoll fuer alle entstehen zur Einsicht und Abstimmung. Aber eben, weltweit meinen Politiker sie waeren Spezialisten und wuessten besser Bescheid als alle anderen... Was musste ich mir in den letzten 15 Jahren nicht anhoeren - bin in Elektrobussen beschaeftigt...
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  • Kommentar von Hans Ochsner (Hans Ochsner)
    Ich denke, dass Entscheide von derartiger Tragweite in unserem Land immer noch Sache des Volkes sein sollten. Und ganz sicher nicht die Angelegenheit des Bundesrates. Und noch weniger der weiblichen Vertreter im Bundesrat.
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    1. Antwort von Christoph Heierli (help)
      Weiblich...männlich was soll dieser letzte Satz? Oft sind es gerade die Frauen, die in der Politik sogenannte vernünftige Entscheide fällen. Frau Leuthard ist meines Erachtens sehr wohl im Stande, einen solchen Entscheid zu fällen. Ich kann Sie jedoch trösten, bei den Angestellten und Beratern in ihrem Departement sind sicher viele "Männer" mit entscheidend dabei.
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    2. Antwort von tom schneeberger (tomm)
      Was soll man als Mann zu einem soo "männlichen" Kommentar sagen? Wenn es mehr weibliche Entscheide gegeben hätte, wäre die menschliche Entwicklung wohl weiter, und nicht an x Orten in Sackgassen.
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