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Wahlkampf EDU droht bei Adoption für Homosexuelle mit Referendum

Die traditionelle Ehe und der «Schutz des Lebens»: Das sind die Themen, auf welche die EDU im Wahlkampf setzt. An ihrer Delegiertenversammlung in Huttwil (BE) hat sie angedroht, das Referendum zu ergreifen, falls das Parlament die Stiefkindadoption für gleichgeschlechtliche Paare erlauben sollte.

Hans Moser steht am Mikrofon und hält zwei Broschüren in der Hand
Legende: Keine Kinderadoption für Homosexuelle: Die EDU orientiert sich am biblischen Ideal der Ehe zwischen Mann und Frau. Keystone

Der Bundesrat will künftig die Adoption von Stiefkindern nicht mehr nur Ehepaaren ermöglichen, sondern auch Konkubinats- und gleichgeschlechtlichen Paaren in eingetragener Partnerschaft. Letzten November hatte er eine entsprechende Änderung des Zivilgesetzbuchs zuhanden des Parlaments verabschiedet. Davon will die Eidgenössisch-Demokratische Union (EDU) nichts wissen.

«Die echte, traditionelle Familie darf andern Partnerschaften mit Kindern nicht gleichgestellt werden», erklärte Parteipräsident Hans Moser vor den rund 70 Delegierten. Den Entscheid, die Gesetzesrevision notfalls mit einem Referendum zu bekämpfen, fällte die Partei einstimmig.

Mehrere Delegierte sitzen auf Stühlen in einem Bauernhof.
Legende: Die christliche Partei hat ihre Versammlung auf einem Bauernhof abgehalten. Gefeiert wurde auch das 40-jährige Bestehen. Keystone

Gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz

Das Referendum definitiv ergreifen will die Partei gegen das Fortpflanzungsmedizingesetz, welches das Parlament beschlossen hat. Das Gesetz regelt die Voraussetzungen für eine Untersuchung künstlich befruchteter Embryos vor der Einpflanzung in den Mutterleib. Zuvor hatten bereits die EVP und mehrere Organisationen das Referendum angekündigt.

Mit grosser Mehrheit fasste die EDU die Ja-Parole zur Konzernverantwortungs-Initiative. Mit dem Volksbegehren könnten die Menschenrechte nachhaltig gestärkt werden, heisst es in der Mitteilung. Die von 66 Organisationen lancierte Initiative will erreichen, dass Konzerne mit Sitz in der Schweiz weltweit für Menschenrechtsverletzungen oder Umweltschäden haften.

EDU feiert 40-Jahr-Jubiläum

Die EDU tritt in insgesamt 13 Kantonen zu den Eidgenössischen Wahlen im Herbst an. Die Partei sei sehr breite Listenverbindungen eingegangen, die von EVP bis SVP reichen, hiess es weiter.

Im Anschluss an die Versammlung beging die christliche Partei im Emmental ihr 40-Jahr-Jubiläum. Dies mit einem «umfassenden Rückblick auf Höhepunkte, Ereignisse und durchlebte Niederlagen».

9 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan Pfister, Zürich
    Die EDU tickt ähnlich wie Huonder, und auch von SVP-Exponenten sind ablehnende Töne zu hören. Als es darum ging, den Frauen die gleichen Rechte wie den Männern zu geben, waren die Linken dafür, die Rechten dagegen. Die Mitte war anfangs dagegen, wurde aber mit der Zeit klüger. Jetzt, wo die Homosexuellen dieselben Rechte wie die Heteros erhalten sollen, sind wieder die Linken dafür und die Rechtskonservativen dagegen. Die sogenannte Mitte ist gerade dabei klüger zu werden.
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  • Kommentar von M.Müller, Zürich
    Hallo EDU wo kann ich unterschreiben?
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  • Kommentar von Franz NANNI, Nelspruit SA
    Auch ICH bin noch nicht bereit, eine Adoption fuer Homos zu befuerworten... und werde das Referendum unterschreiben! Wobei.. man gewoehnt sich langsam und so wird wohl auch bei mir und Anderen einmal ein Umdenken stattfinden.. ist eben alles Gewohnheitssache!
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