Zum Inhalt springen
Inhalt

Wahlkampf Sind die Schweizer Energieriesen für die Zukunft gerüstet?

Die grossen Schweizer Energiekonzerne ziehen zurzeit Bilanz über das erste halbe Geschäftsjahr 2015. Heute früh hat Alpiq einen Verlust von 886 Millionen Franken im ersten Halbjahr bekanntgegeben. Und Besserung ist nicht in Sicht.

Alpiq kämpft wie alle grossen Energieproduzenten mit den tiefen Strompreisen in Europa. Der Strom aus Schweizer Kraftwerken ist im Vergleich zu teuer. Die Kraftwerke selbst verlieren deshalb an Wert. Sogenannte Wertberichtigungen machen denn auch den Löwenanteil aus im neuerlichen, happigen Alpiq-Minus.

Der Stromkonzern befindet sich seit Jahren in einer schwierigen Neuausrichtung. Rolf Wüstenhagen, Professor für das Management erneuerbarer Energien an der Universität St. Gallen, sagt: «Man hat sich beispielsweise am grössten Schweizer Solarinstallateur beteiligt. Und man ist dabei, sich im Elektromobilitätsbereich zu verstärken.» Das seien Bereiche, die eine gute Zukunft vor sich hätten. «Insofern scheint mir dieser Wandel in eine sinnvolle, zukunftsträchtige Richtung zu gehen.»

Bei den anderen grossen Energiekonzernen sieht es ähnlich aus: Die BKW hat bereits einen Fahrplan für den Atomausstieg und setzt auf neue erneuerbare Energien wie Sonne und Wind. Ebenso die Axpo: Sie baut gleichzeitig den Gas- und Stromhandel im Ausland aus. Doch all dies kompensiert die Ausfälle im traditionellen Geschäft noch nicht.

Allein im letzten Jahr ist das Eigenkapital von Axpo und Alpiq zusammen um fast zwei Milliarden Franken auf zwölf Milliarden geschmolzen. Von den Grossen konnte nur die BKW ihr Polster leicht vergrössern. Wüstenhagen sagt: «Die grossen Fragen kommen dann auf, wenn die Atomkraftwerke stillgelegt sind und man Entsorgungs- und Rückbaukosten hat. Sind die Konzerne dafür gerüstet?»

Eine Frage, die vor allem einige Kantone beschäftigen wird. Ihnen gehören die Axpo, aber zu grossen Teilen auch die Alpiq und die BKW.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

2 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Markus Schellenberg (Markus Schellenberg)
    Die heutige Misere geht auf ein wahnwitziges, spekulatives Veralten in den Jahren 2003 bis 2010 zurück, als die Schweizer Stromkonzerne Milliardenbeträge in Produktionsanlagen in ganz Europa investierten, in der Annahmen, die Preise würden die nächsten 50 Jahre nur noch ansteigen. Kleinere Schweizer Stromproduzenten sind im Moment auch nicht auf Rosen gebettet, schreiben in der Regel jedoch eine schwarze Null. Also: Kein Marktversagen, sondern schlechtes Management durch gierige Besserwisser!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von tom schneeberger (tomm)
    Mit "Energieriesen" meint man offenbar die STROMkonzerne. Bitte das endlich mal klarstellen. Die Konzerne sind gerüstet, wenn man Ihnen sagt, was sie sollen. Sicher haben sie Anrecht auf Planungs- und Rechtssicherheit. Ihr Hauptdilemma: Kein Konzern hat das Ziel, weniger zu produzieren, weniger zu verkaufen, weniger zu verdienen! Deshalb suchen sie neue Felder wie die Elektromobilität. Strom kann jedoch unseren Mobilitätswahn niemals bewältigen! Die Energiedichte von Benzin ist unerreichbar.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen