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Wahlkampf Vermisst im Wahlkampf: die Grünliberalen

Bei den vergangenen nationalen Parlamentswahlen waren die Grünliberalen (GLP) die grossen Sieger. Die Erfolge von damals dürfte die Partei nicht wiederholen können. Auch von den Exponenten der Partei hörte man bisher wenig. Parteipräsident Martin Bäumle äussert sich dazu.

GLP-Parteipräsident Martin Bäumle
Legende: «Wir haben unseren Leuten gesagt, sie sollen sich im Sommer erholen. Der Wahlkampf kommt noch früh genug», sagt Bäumle. Keystone

Den Grünliberalen steht ein heisser Wahlherbst bevor. Viele ihrer zwölf Nationalratssitze sind gefährdet. Da würde mancher einen frühen und lauten Wahlkampf erwarten – aber über die Sommermonate hörte man erstaunlich wenig von der Partei.

Das sei Absicht gewesen, sagt Parteipräsident Martin Bäumle: «Wir haben unseren Leuten gesagt, sie sollen sich im Sommer erholen. Der Wahlkampf kommt noch früh genug.»

Verpasste Chancen im Sommer

Aber wäre der Hitzesommer nicht die Gelegenheit gewesen, um auf die Klimaerwärmung aufmerksam zu machen? Nein, die Bevölkerung spüre das auch so: «Die Leute haben selber gemerkt, dass die Hitze ein Hinweis darauf ist, dass der Klimawandel stattfindet und dass wir in der Eneregie- und Klimapolitik dringend handeln müssen.»

Für Schlagzeilen gesorgt hat dagegen der jüngste Entscheid der Partei: Diese Woche gab die GLP bekannt, dass sie nicht nur im Aargau, sondern auch im Kanton Zürich für die Nationalratswahlen eine Listenverbindung mit der umstrittenen Ökobewegung Ecopop eingeht. Das hat bereits zu Parteiaustritten geführt.

Der Parteipräsident verteidigt aber die Entscheidung: «Wir haben ein ungerechtes Wahlsystem, das die kleineren Parteien benachteiligt. Listenverbindungen sind die einzige Möglichkeit, sich Reststimmen zu sichern. So können die Stimmen von Ecopop den Grünliberalen zu einem zusätzlich Sitz verhelfen.»

Wir sind vielleicht etwas zu kopflastig. Bis im Herbst müssen wir uns stärker verkaufen.
Autor: Martin BäumleParteipräsident der GLP

Trotz Listenverbindungen braucht es viel, damit die Grünliberalen ihr gutes Resultat von 2011 bei den Wahlen am 18. Oktober bestätigen können. Martin Bäumle gibt zu, dass die Partei ihre Leistungen noch besser verkaufen müsse: «Wir sind vielleicht etwas zu kopflastig. Bis im Herbst müssen wir uns stärker verkaufen.»

Bäumle ist aber überzeugt, dass seine Mischung aus linker Umweltpolitik und bürgerlicher Sparpolitik, eben grün-liberale Politik, bei den Wählern weiterhin zieht. Doch Bäumle ist besorgt, dass ein Rechtsrutsch eines seiner wichtigsten Anliegen gefährden könnte: die Energiewende.

Deshalb ist ihm daran gelegen, dass Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Dezember wiedergewählt wird, weil sie eine Befürworterin der Energiewende ist. Dass Widmer-Schlumpf aber nicht sagt, ob sie noch einmal antritt, ärgert den Präsidenten der Grünliberalen: «Es gehört eigentlich zum guten Ton sich dazu zu äussern. So könnten wir uns fragen, ob wir unter gewissen Bedingungen die Person wählen wollen.»

So erklärt Bäumle, warum die Grünliberalen bisher kein Bekenntnis zu BDP-Bundesrätin Widmer-Schlumpf ablegen wollen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Samuel Pablo Müller, Zürich
    Die glp ist für mich die einzige wählbare Partei - das ist sonnenklar. Vielen Tausenden von Menschen geht es auch so. Die glp hat eine Lücke im politischen Spektrum ausgefüllt und deswegen ist sie unverzichtbar, es braucht eine starke grünliberale Präsenz in Bern.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Die GLP hat bei den wichtigsten Themen keine Stellung bezogen: EU-Beitritt, Asyl-Probleme, Kriminelle Äusländer, mehr oder weniger Staat. Solange die GLP keine klare Stelllung zu den wichtigsten themen nimmt, kann man sie auch nicht wählen, wer will schon einer Partei seine Stimme geben, die dann z.b. die Schweiz in die EU führt...
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  • Kommentar von Markus Berner, Bülach
    Es werden eben nicht alle Pertein so geschmiert von der Wirtschaft wie SVP und FDP - den so "vernachlässigten" Parteien fehlt dann das Geld für den Wahlkampf.
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