«Alle gegen Minder»: Wahlkampf in Schaffhausen

Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte. Im Kanton Schaffhausen greifen zwei Herausforderer den parteilosen Ständerat Thomas Minder an. Hannes Germann von der SVP muss derweil kaum um seinen Sitz bangen. Ausser er geht im grossen Gerangel vergessen.

Mann im Anzug an Stehpult mit Trophäe in der Hand, im Hintergrund Schweizer Wappen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wackelt sein Sitz? Thomas Minder bei der Verleihung des Swiss Award 2013 für Politik. Keystone

Ständerat Hannes Germann geniesst als gemässigter SVP-Politiker weit über die Parteigrenzen hinaus Anerkennung. Er ist für die Wiederwahl so gut wie gesetzt, dies insbesondere nach seinem Amtsjahr als Ständeratspäsident. Ihre Chancen sehen die angreifenden Parteien SP und FDP deshalb eher beim parteilosen Thomas Minder.

Aber auch Minder ist ein profilierter Politiker und erzielte mit seiner Abzocker-Initiative einen Grosserfolg. Er nimmt den Angriff deshalb gelassen. Den Vorwurf der Schaffhauser Parteien, er kämpfe in Bern vor allem für seine eigenen politischen Ziele und weniger für den Stand, weist Minder zurück. Vor allem die Freisinnigen hätten es wohl nicht verdaut, dass er ihnen den letzten Sitz im Stöckli gestohlen habe, sagte Minder gegenüber dem Regionaljournal.

Von den beiden Herausforderern – Reto Dubach (FDP) und Walter Vogelsanger (SP) – hat im Wettstreit mit Thomas Minder wohl nur Dubach eine Chance. Der wenig bekannte Vogelsanger wird es kaum schaffen, der SP nach 24 Jahren wieder einen Sitz im Ständerat zu erstreiten. Und SVP-Ständerat Hannes Germann muss nur vor etwas Angst haben: dass ihn die Schaffhauser Wählerinnen und Wähler vor lauter Dreikampf unter Umständen vergessen.