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Porträt von Philip Müller
Legende: «Wir würden Sitze verlieren». Philip Müller erklärt wieso er von einer umfassenden Listenverbindung mit der SVP absieht. Keystone
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Wahlkampf «Flächendeckende Listenverbindungen kommen nicht in Frage»

Die FDP ist die grosse Gewinnerin bei den Wahlen in Basel-Land. Profitieren konnte sie von einer Listenverbindung mit der SVP. Für FDP-Präsident Philip Müller ist dies jedoch nicht das Rezept für die nationalen Wahlen im Oktober.

Gestern durfte die FDP im Kanton Basel-Land einen historischen Sieg feiern. Zum ersten Mal in 90 Jahren konnte die SP, zu Gunsten einer FDP Kandidatin aus dem Regierungsrat verdrängt werden und auch im Landrat legten die Liberalen um vier Prozent zu. Dieser Erfolg kam vor allem durch die Listenverbindung mit der SVP zu Stande. Im Wahljahr 2015 könnte dies auch eine Strategie für die Schweizerischen Gesamtwahlen im Herbst sein.

SRF News: Sind nach dem Erfolg im Baselbiet flächendeckende Listenverbindungen mit der SVP das Rezept für die Wahlen im Oktober?

Philip Müller: Nein, das kann nicht die Lösung sein. Wir haben mit der SVP verhandelt und sowohl wir und die SVP haben gerechnet: Flächendeckende Listenverbindungen wären für uns – die FDP – ein Minusgeschäft und wir dürfen einfach nicht verlieren. Zusätzlich ist es sowieso Sache der Kantone, darüber zu befinden, ob und mit wem sie Listenverbindungen eingehen wollen.

SRF News: Warum entsteht überhaupt ein Minusgeschäft?

Wir haben gerechnet, dass wir Sitze verlieren würden, wenn wir die Wahlen nur mit der SVP in Angriff nehmen. In einzelnen Kantonen planen wir gewisse Listenverbindungen, diese werden aber Koalitionen sein, in welcher auch andere bürgerliche Parteien vertreten sind – nicht nur die SVP. Grosse Verbunde machen in gewissen Kantonen ohnehin mehr Sinn.

SRF News: Hatten die gestrigen Resultate also keinen grösseren Einfluss auf die nationalen Wahlen im Herbst?

Nein, sie haben eifach deutlich gemacht, dass eine gute bürgerliche Zusammenarbeit sehr wohl von Erfolg gekrönt sein kann. Das heisst aber auch, dass Kompromiss kein Unwort sein sollte.

Audio
«Eine Listenverbindung mit der SVP wäre ein Minusgeschäft für uns»
03:00 min, aus SRF 4 News aktuell vom 09.02.2015.
abspielen. Laufzeit 03:00 Minuten.

Ein Kompromiss ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit. In unserem Fall – einer Zusammenarbeit wo sich alle bürgerlichen Kräfte einbringen können. Das ist die Voraussetzung und genau dies hat in Basel-Land gut funktioniert. In Bern herrscht in diesem Bezug noch viel Handlungsbedarf.

SRF News: Können sie sich national dann eher noch Listenverbindungen mit der CVP vorstellen?

Nein, es geht nicht um die Partei. Wie schon gesagt machen Listenverbindungen dann Sinn, wenn sie in einem grösseren Verbund entstehen. Analysen der Schweizerischen Gesamtwahlen 2011 haben gezeigt, dass eine flächendeckende Listenverbindung mit der SVP, welche bekanntlich viel grösser ist, zu erheblichen Verlusten für die FDP führen könnte.

Das Interview führte Elisabeth Pestalozzi

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10 Kommentare

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  • Kommentar von U.S. , Oberwil
    Ja genau, Eigenständigkeit ist das Zauberwort! Der Müller hat Format und eine klare Linie. Besser als sich einer rechtsaussen Partei hergeben.
  • Kommentar von M. Hediger , Aarau
    Mit Hilfe der SVP gewinnt Herr Müller Sitze hinzu, spottet gleichzeitig, er wolle nichts mit der SVP zu tun haben. Im Ständerat für den Aargau hat er nichts zu suchen
    1. Antwort von r.Mathis , Küssnacht
      Hochmut kommt vor dem Fall.Hr.Müller schien einst ein fairer gradliniger Politiker zu sein,ich habe ihn geschätzt,nun hat er irgendeinen Hochmutvirus eingefangen der seine Karriere ganz schnell beenden kann,wenn er denkt er würde im Alleingang oder mal mit links und mal recht Ausweichen zum Ziel kommen.Wir wünschen uns gradlinige ehrliche Politiker,darum werden sie gewählt.
  • Kommentar von Rolf Bolliger , Orpund
    Ueberheblichkeit kann irgend einmal bös anstossen oder enden! Philip Müller hat kaum die Mehrheit des FDP-Fussvolkes hinter sich, wenn er dermassen trotzig und selbstsicher jegliche nationalen Listenverbindungen abblockt. Als Demokrat warte ich die herbstlichen Wahlen ab und akzeptiere den Ausgang ohne wenn und aber!