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Wahlkampf Politik-App soll Junge an die Urnen locken

Eine neue App von easyvote informiert Junge einfach und neutral über Wahlen und Abstimmungen. Dahinter stecken junge, ambitionierte Köpfe. Deren Ziel ist klar: Künftig sollen sich mehr junge Erwachsene an der Politik beteiligen.

Legende: Video Politik via Handy abspielen. Laufzeit 03:29 Minuten.
Aus 10vor10 vom 23.01.2015.
Drei junge Frauen vor dem Bundeshaus stehend.
Legende: Panaschieren, kumulieren und Listenverbindungen? easyvote bietet einfache und neutrale Wahlhilfen für junge Erwachsene. SRF

Junge Erwachsene tragen das Image abstimmungsfaul und politikverdrossen zu sein. Dies könnte sich ändern. Wie «10vor10» weiss, ist seit dieser Woche eine neue Gratis-App von easyvote für Smartphones erhältlich, die speziell Junge an die Urnen locken will. Die App wurde speziell auf die Kommunikationsgewohnheiten Jugendlicher ausgerichtet, vermittelt politische Inhalte einfach und interaktiv.

Politik-App gewinnt

Die App wurde im Rahmen eines Wettbewerbs der Kampagne IT-dreamjobs realisiert. Dabei reichten 60 Jugendliche aus der Deutschschweiz ihre persönlichen App-Ideen ein. Unter anderem für neue Musik-, Shopping- oder Game-Apps. Eine Jury aus Jugendlichen entschied sich für die neue Politik-App.

Die Idee hatte die 22-jährige Jungpolitikerin Nina Haas. In der Sendung «10vor10» sagt die Vizepräsidentin der Jungen BDP Schweiz: «Ich war sehr überrascht und stolz, dass sich meine App gegen die anderen durchgesetzt hat. Ich hatte die Idee dazu, weil ich feststellte, dass Junge mit den Inhalten von Wahlen und Abstimmungen oft überfordert sind.»

Easyvote liefert Inhalte

Die Inhalte der App stammen von easyvote. Die Initianten des Projekts produzieren einfache und neutrale Wahlhilfen für junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren. Die App bietet Erklärvideos zu politischen Vorlagen, ein Lexikon mit politischen Begriffen, welche via Facebook, Twitter und WhatsApp mit Freunden geteilt werden können. Zudem können sich Junge gegenseitig einen Vote-Wecker stellen, damit sie die nächste Abstimmung nicht verpassen.

Nicola Jorio, der 25-jährige Co-Projektleiter bei easyvote, sagt: «Heute haben über 80 Prozent der Jugendlichen ein Smartphone und genau dort wollen wir die Jungen abholen. Mit der App können wir unsere Zielgruppe auf dem Arbeitsweg und in der Freizeit ansprechen.»

Grosses Mobilisierungspotenzial

easyvote hat im Oktober 2014 eine repräsentative Umfrage in Zusammenarbeit mit dem gfs.bern zur Mobilisierung junger Erwachsener durchgeführt. Die befragten Jugendlichen beklagten sich, dass die politische Sprache zu kompliziert und der Wahlakt generell zu schwierig sei. Die easyvote-App soll hier Abhilfe schaffen. Potenzial ist vorhanden: Gemäss der Studie kann eine Wahlbeteiligung der jungen Erwachsenen von 30 auf 40 Prozent angestrebt werden.

Jungpolitiker begrüssen neue App

Junge Nationalräte wie Nadine Masshardt (SP/BE) und Christian Wasserfallen (FDP/BE) begrüssen das Engagement von easyvote. Es sei wichtig, dass Junge stärker an der Politik partizipierten. Denn die Politik fälle Entscheide, welche die Jungen in Zukunft direkt beträfen.

Gegenüber «10vor10» erklären die Nationalräte, die Politik müsse ihr Engagement in die Jugendpartizipation intensivieren. Nadine Masshardt: «Seit Jahren engagiere ich mich für eine bessere politische Bildung. In diesem Bereich ist noch viel zu wenig unternommen worden.» Christian Wasserfallen fügt an: «Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Ich bin überzeugt, mit E-voting – also elektronisch abstimmen und wählen im Internet – könnten viele zusätzliche Stimmbürger mobilisiert werden. Und zwar nicht nur Junge.»

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22 Kommentare

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  • Kommentar von Uli Knecht, Zweisimmen
    So will man also den Jungen in Zukunft die BR-Abstimmungsparolen aufdrängen.
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  • Kommentar von Jens Brügger, Schaffhausen
    "Neutral" informieren. Jaja, gesagt ist das schnell und einfach, die Umsetzung ist dann was völlig anderes. Die verblödeten Handykinder, die eine App brauchen, um sich für Politik zu interessieren....merkt denn niemand hier wie traurig das eigentlich ist?
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    1. Antwort von Marlies Artho, Schmerikon
      J.Brügger Manchmal wird auch gelogen und falsch informiert, ohne App. Die moderne Zeit hat uns eingeholt, es ist wieder eine andere Generation, die mit Apps aufwachsen.Die Frage ist nur kann die ältere Generation da noch mithalten und dies verstehen. Die Zukunft gehört der jüngeren Generation und die müssen selber ihre Erfahrungen machen. Alt und Jung könnten sich ergänzen, wenn man dies zulässt und beidseitig interessiert daran ist, Erfahrungen und Neuorientierung Austauschen miteinander.
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  • Kommentar von Manuela Maruhn, Düren
    Grundlegendes Wissen der Zusammenhänge z.B.in der Mathematik adäquat zu erlernen,sind die junggebliebenen mehrheitlich nicht in der Lage.Seit konstruktive Geometrie durch Mengenlehre ersetzt wurde,haben Abiturienten mit dem Dreisatz Probleme.Vermieden wird nicht die Perversion der Ausbildung,denn der Staat will das so.Mit Erklärvideos und gefällt mir Button sich gegenseitig einen Vote-Wecker zu stellen,für die hoch qualifizierten Leistungen der Kundenbindungsstrategie,kann nur Erfolg bedeuten...
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