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Wahlkampf Wähler stehen hinter der Aufhebung des Euro-Mindestkurses

Der SRG-Wahlbarometer zeigt: Eine Mehrheit der Wahlberechtigten hält den Entscheid, die Euro-Mindestgrenze aufzuheben, für richtig. Dies, obwohl ihnen klar ist, dass die Exportwirtschaft darunter leidet. Dafür sehen die Wähler andere Vorteile.

Legende: Video Analyse der Umfrageergebnisse mit Claude Longchamp abspielen. Laufzeit 10:23 Minuten.
Aus Wahlbarometer vom 31.03.2015.

Insgesamt 56 Prozent der Wahlberechtigten stehen hinter dem Entscheid der Nationalbank, die Euro-Mindestgrenze aufzuheben. Dies zeigt der erste SRG-Wahlbarometer von 2015. Nur 17 Prozent halten den Entscheid für falsch.

Dafür ist der Anteil an Unentschlossenen hoch: 27 Prozent äussern keine Meinung. «Einiges spricht dafür, dass der Entscheid der Nationalbank als ein informationsmässig gut abgestützter und rationaler Entscheid bewertet wird», heisst es im Bericht zum SRG-Wahlbarometer des Forschungsinstitutes gfs.bern.

Unterschiede in verschiedenen Landesteilen

Die Zustimmung ist in den verschiedenen Landesteilen aber unterschiedlich hoch. Vor allem die Deutschschweizer stehen hinter dem Nationalbankentscheid: 60 Prozent halten ihn für richtig. In der Westschweiz (46 Prozent) und im Tessin (47 Prozent) ist die Zustimmung deutlich geringer.

Allerdings ist der Anteil der Wähler, die den Entscheid klar für falsch halten in allen Landesteilen mit 17 Prozent gleich hoch. In der Westschweiz (37 Prozent) und im Tessin (36 Prozent) haben aber deutlich mehr Wähler keine Meinung zum Thema. In der Deutschschweiz sind dies 23 Prozent.

Grüne Wähler am kritischsten

Auch innerhalb der Wählerschaft der einzelnen Parteien ist der Nationalbankentscheid grösstenteils unbestritten. Mit einer Ausnahme hält ihn die Mehrheit der Befragten für richtig. Die grösste Zustimmung erhält er bei den Wählern der BDP und FDP, mit 83 respektive 78 Prozent.

«Die Zustimmung ist bei den liberalen Parteien höher als bei konservativen und linken», erklärt Claude Longchamp, Leiter des Forschungsinstitutes gfs.bern. Am umstrittensten ist der Nationalbankentscheid bei den Wählern der Grünen. Nur eine relative Mehrheit von 43 Prozent hält ihn für richtig.

Folgen für Exportwirtschaft bereiten Sorgen

Die Wahlberechtigten nehmen den Entscheid aber nicht auf die leichte Schulter. «Am meisten Sorgen machen sie sich über die Folgen für die Exportwirtschaft», erklärt Longchamp. Eine deutliche Mehrheit der Befragten sieht hier einen Schaden. Dafür erwartet ebenfalls eine Mehrheit eine positive Wirkung für die Schweizer Konsumenten.

Der Entscheid der Nationalbank habe derzeit keinen entscheidenden Einfluss auf die Wahl einer Partei, bilanziert Longchamp. Eine Wirkung auf das allgemeine Klima im Wahljahr sei aber festzustellen. Es gebe wegen der Aufhebung der Euro-Untergrenze zwar «keinen eigentlichen Protest», dafür sei bei den Wahlberechtigten «eine Vorsicht entstanden», sagt Longchamp. Wer Lösungen für eine stabile Wirtschaftsentwicklung anbiete, sei deshalb im Vorteil.

Eckwerte des Wahlbarometers

Die Umfrage wurde im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut gfs.bern zwischen dem 11. und 19. März 2015 durchgeführt. Befragt wurden 2017 Personen. mehr

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6 Kommentare

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  • Kommentar von K. Räschter, Thurgau
    Die Mehrheit der Wähler steht also hinter der Aufhebung des Euro-Mindestkurs. Wann akzeptieren dies endlich auch mal unsere Linken und die Gewerkschaften (allen voran ihr Chef-"Ökonom" C. Lampart) und hören endlich auf nach dem (noch höheren) Mindestkurs zu schreien. Auch eine gestützte Schrott-Währung Euro bleibt weiterhin Schrott und die Schweiz würde die Zeche zahlen und Europa sich ins Fäustchen lachen.
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  • Kommentar von P.Meier, Zürich
    Eine gut laufende Volkswirtschaft hat eine starke Wähung und eine schlecht laufende Volkswirtschaft hat eine schwache Währung. Die Währung ist ein Indikator, ähnlich wie der Aktienkurs für Firmen. Kein Land auf der Welt kann mit einer schwachen Währung Wohlstand für die Bevölkerung schaffen. Die Währungsmanipulationen von China &co, welche ihre eigene Währung abwerten, funktioniert nur kurzfristig. Seien wir froh, dass wir eine starke Währung haben.
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    1. Antwort von Sandra Herrman, Stuttgart
      Mit einer Währung egal aus welchem Material und in welcher Form sie vorliegt wird niemals Wohlstand erreicht/gehalten. Wohlstand resultiert ausschließlich aus den Produktionsfaktoren Arbeit und Wissen. Die vorhandenen/zugänglichen Ressourcen spielen auch noch eine Rolle. Der einzige und wahre Wertspeicher ist jedes Individuum mit dessen Arbeitskraft und Wissen. Wird leider vorsätzlich zerstört. Die ganzen Währungsdebatten sind nur Illusion und divide et impera um den Leuten Angst zu machen.
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  • Kommentar von marcel baier, 6982 agno
    Der €uro mùste man abschaffen.
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    1. Antwort von W. Meier, BL
      Und der Akkusativ ist schon abgeschafft.
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    2. Antwort von V. Humbert, Carouge
      Aha. € abschaffen? Interessanter Gedanke. Nur, und dann? € weg = starker Franken weg? Echt jetzt?
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